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06.06.2000

15:15 Uhr

Handelsblatt-Fachtagung zum Telekom-Markt in Europa

Lokale Telefongesellschaften setzen auf Kundennähe

VonBernd Kupilas

Im Kampf um Telefonkunden werden sich die kleinen regionalen Telefongesellschaften nur behaupten können, wenn sie verstärkt auf Kundennähe und Innovation setzen. Das erklärte am Dienstag der Chef der baden-württembergischen Tesion, Stefan Niedermaier, bei der Handelsblatt-Fachtagung zum Telekom-Markt.

DÜSSELDORF. Im Kampf um den Telefonkunden formieren sich die großen der Branche zu weltweit agierenden Telekommunikationskonzernen. Da wird die Luft für lokale und regionale Telefongesellschaften immer dünner. Sie können nur im Wettbewerb bestehen, wenn sie auf Kundennähe bauen und innovativ sind, erklärte Stefan Niedermaier, Chef des baden-württembergischen Telekommunikationsanbieters Tesion, am Dienstag auf der Handelsblatt-Jahrestagung zum "Telekommarkt Europa" in Düsseldorf.

Differenziertes Angebot wichtig

Ein differenziertes Angebot sei für regionale Anbieter wie die Tesion dringend nötig, erklärte Niedermaier und verwies auf den Verfall der Margen im Geschäft mit Telefonminuten. "Die Preise sind massiv nach unten gegangen", stellte er fest. Gleichzeitig steigen die Datenmengen, die via Telefonnetz bewegt werden. "Der Globalisierungstrend stellt eine große Herausforderung für Unternehmen wie das unsrige dar", erklärte der Tesion-Chef. Doch trotz der fallenden Preise verfüge Deutschland im internationalen Vergleich über einen sehr dynamischen Markt.

Kleine Anbieter müssen auf Kundennähe setzen

Um sich im Wettbewerb mit den großen der Branche wie Deutsche Telekom oder France Telecom mithalten zu können, müssten regionale Carrier auf Kundennähe setzen und ihre Stärke hier ausspielen. So verfüge Tesion in seinem Verbreitungsgebiet Baden-Württemberg über fünf Niederlassungen. "Die Großen haben vielleicht sechs oder sieben Niederlassungen in ganz Deutschland", so Niedermaier. Das Unternehmen sei nah an den Kunden: "Unsere Hotline versteht Schwäbisch." Auch gute Kontakte zur lokalen Politik seien für einen regionalen Telekommunikationsanbieter wichtig.

Innovationen von entscheidender Bedeutung

Von entscheidender Bedeutung seien zudem die Innovationen. Mit mittelmäßigen Produkten seien die regionalen Carrier künftig nicht nicht mehr wettbewerbsfähig. Der Kunde müsse die Produkte mitentwickeln, so Niedermaier. Für die Telekommunikationsanbieter stelle sich zudem das Problem, dass die Lebensdauer der Produkte immer kürzer werde, die Entwicklung neuer Produkte aber immer länger dauere. Hier tue sich eine Schere auf. "Das ist eine echte Herausforderung für uns", so der Tesion-Chef.



Mit Kundennähe und Innovationen allein sei es aber noch nicht getan, erklärte Niedermaier. Um die regionale Begrenzung zu überwinden, baut die Tesion nach Niedermaiers Angaben gerade ein bundesweites Netz auf. Ziel sei es, dem Kunden folgen zu können. Darüber hinaus dürfe man nicht mehr nur in nationalen Grenzen denken. Die baden-württembergische Tesion hat hier das Dreiländereck Deutschland-Frankreich-Schweiz im Visier. Erleichtert werden können der Gang über die Grenzen für die Tesion schon allein deshalb, weil das Unternehmen zu 50 Prozent dem Schweizerischen Telefonkonzern Swisscom gehört, die andere Hälfte gehört der Energie Baden-Württemberg (EnBW).

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