Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

16.01.2003

16:50 Uhr

Handelskonzern mit Rating unzufrieden

Metro will Anleihe in Euro und Pfund begeben

Der Handelskonzern Metro will in Kürze mit seiner ersten Anleihe im so genannten Benchmark-Format eine 1998 begebene Wandelanleihe refinanzieren. Konzernchef Hans-Joachim Körber äußerte sich zugleich unzufrieden über die Entwicklung des Metro-Ratings und unterstrich, der Konzern werde sein Gewinnziel für 2002 erreichen.

Reuters DÜSSELDORF. Das Papier werde eine Tranche in Euro und eine in britischen Pfund umfassen, teilte Metro am Donnerstag in Düsseldorf mit. Angestrebt würden für beide Tranchen mittlere Laufzeiten, die aber endgültig erst in der Bookbuilding-Phase festgelegt werden könnten. "Der Mittelzufluss aus der Anleihenemission soll genutzt werden, um die 1998 emittierte Wandelanleihe, die mit einem Kündigungsrecht für Mitte März ausgestattet ist, zu refinanzieren", hieß es in einer Mitteilung von Metro. Als Benchmark-Emissionen gelten in der Regel Anleihen mit einem Mindestvolumen von 500 Millionen Euro. Das Ablösevolumen für die Wandelanleihe belaufe sich auf 889 Millionen Euro, sagte ein Metro-Sprecher.

Die Emission werde in naher Zukunft platziert, teilte Metro weiter mit. Zuvor seien europaweite Präsentationen für potenzielle Investoren (Roadshow) geplant. Die Roadshow starte am 21. Januar. Federführend bei der Transaktion sind Deutsche Bank Dresdner Kleinwort Wassertsein, HSBC und JP Morgan.

Metro-Ratings bei Moody´s auf dem Prüfstand

Die Ratingagentur Moody's senkte am Donnerstag den Ausblick für ihre Metro-Ratings auf "negativ" von zuvor "stabil". Damit überprüft die Agentur ihre Bewertung im Hinblick auf eine Herabstufung. Zurzeit bewertet Moody's die langfristigen Verbindlichkeiten von Metro mit "Baa1" und die kurzfristigen Schulden mit "P-2". Metro könne bei ihrem Weg, operative Verbesserungen bei ihren schwächeren Töchtern wie "Extra" oder "Praktiker" zu erreichen, Schwierigkeiten haben, begründete Moody's die Senkung des Ausblicks.

Standard & Poors (S&P) hatte ihre Einschätzung der Langfrist-Schulden von Deutschlands größtem Handelskonzern bereits Mitte Dezember auf "BBB" von "BBB+" gesenkt. Auf kurze Sicht werde sich die Schuldenstruktur des Konzerns nicht deutlich verbessern, hatte S&P den Schritt begründet. Ein Metro-Sprecher sagte, nach den Erklärungen der Ratingagenturen herrsche nun Klarheit über die Kreditwürdigkeit der Metro. Nun könnten die Investoren entscheiden.

Metro-Chef Körber betonte am Donnerstag in einer weiteren Mitteilung, dass der Konzern mit den jüngst erfolgen Anpassungen seines Ratings nicht zufrieden sei, zumal diese "nicht die positive Entwicklung unseres Konzerns widerspiegeln". Die Emission der angekündigten Benchmark-Anleihe bezeichnete er als wichtigen Schritt zu einer kapitalmarktorientierten Unternehmensfinanzierung. Außerdem bestätigte Körber das Gewinnziel seines Konzerns für 2002: "Unser Ziel eines Anstiegs beim Ergebnis je Aktie von rund zehn Prozent in 2002 werden wir erreichen."

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×