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16.06.2000

11:22 Uhr

Handlungsdruck produziert Gerüchte

Analysten setzen Commerzbank und Dresdner Bank auf "neutral"

Im Moment spricht im Bankengewerbe jeder mit jedem - der große Wurf ist die Fusion Commerzbank + Dresdner nach Meinung der Vereins- und Westbank jedoch nicht.

dpa-AFX FRANKFURT. Die angeblich fusionswilligen Geldinstitute Dresdner Bank und Commerzbank hat die Vereins und Westbank - nach wie vor auf "neutral" gesetzt. Daran änderten auch die Gerüchte um ein mögliches Zusammengehen nichts, sagte ein Analyst am Freitag. "Im Moment spricht im Bankengewerbe jeder mit jedem. Wenn überhaupt, würde ich es 'Sondierungen' nennen", sagte der Analyst.

Ein Zusammengehen würde zwar "schon Sinn machen", der große Wurf hingegen sei es nicht. "Herauskommen würde im europäischen Vergleich ein Institut mittlerer Größe - weder Hund noch Katze", sagte der Analyst. Ergänzen würden sich beide Banken nur im Retailgeschäft, das die Commerzbank bereits vor Jahren erfolgreich umstrukturiert hat, und im starken Investmentbanking der Dresdner Bank. "Langfristig müsste jedoch noch ein Dritter mit ins Boot genommen werden, um eine sinnvolle Größe zu erreichen."

Nach Ansicht des Analysten würde eine Fusion von Dresdner Bank und Commerzbank in der Gerüchteküche derzeit hoch gekocht, weil es bei beiden Häusern "einen gewissen Handlungsdruck" gebe. Bei der Commerzbank fordere die Beteiligungsgesellschaft CoBRA, die 17% an der Anteile hält, eine strategische Neuausrichtung. Die Dresdner Bank stehe unter dem Druck, für den Großaktionär Allianz ordentliche Renditen zu erwirtschaften.

Für den Aktienkurs von Commerzbank und Dresdner Bank erwartet der Ananlyst in diesem Jahr keine großen Sprünge. "Laut unserer Prognose entwickeln sich beide im Einklang mit dem EuroStoxx. Das heißt etwa +10%". Am Markt sei für die Vereins und Westbank - von den vier deutschen Großbanken nur die Deutsche Bank ein Outperformer mit einem Kursziel von 110 Euro.

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