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30.01.2003

17:00 Uhr

Harry Roels tritt seinen Dienst an

Stabwechsel an der RWE-Spitze

Stabwechsel bei RWE: Zum 1. Februar übernimmt der Niederländer Harry Roels als erster Ausländer die Chefposition bei Deutschlands fünftgrößtem Industriekonzern.

HB/dpa ESSEN. Einen Monat lang wird der 54-Jährige zusammen mit dem scheidenden Konzernchef Dietmar Kuhnt gleichberechtigt an der Spitze des Essener Energieriesen stehen, bevor Roels das Ruder im März allein in die Hand nimmt. Ohne öffentliche Feierstunde werde der bereits seit acht Monaten designierte neue Chef seinen Dienst am Montag im Essener RWE-Hochhaus antreten, berichtete ein Unternehmens-Sprecher am Donnerstag. Auf der Internet-Seite des Unternehmens werde Roels dagegen bereits ab Samstag ein gleichberechtigter Platz neben seinem Vorgänger eingeräumt, hieß es.

Erst vor gut einer Woche hatte das Unternehmen in einer Stellungnahme ganz ausdrücklich auf die "enge Zusammenarbeit" des neuen und des alten Konzernlenkers hingewiesen. Von Harmonie an der RWE-Spitze war dagegen nur wenig zu spüren. "RWE macht Roels den Start nicht leicht", berichtete das Handelsblatt bereits vor Tagen.

Hintergrund sind seit Monaten anhaltende Gerüchte über Indiskretionen und Spekulationen über die künftige Ausrichtung des Energieriesen. Als RWE-Aufsichtsratsmitglied beklagte sich der Oberhausener Oberbürgermeister Burkhard Drescher öffentlich über "permanente Indiskretionen". Ein angeblicher Sanierungsplan mit der Streichung von 10 000 Stellen im Kerngeschäft wurde von dem Unternehmen ebenso nachdrücklich dementiert, wie Spekulationen über Differenzen zwischen RWE-Aufsichtsratschef Friedel Neuber und dem scheidenden Konzernchef Dietmar Kuhnt.

Mit dem Wachwechsel übernimmt der frühere Shell-Manager Roels an der Spitze des Essener Konzerns keine leichte Aufgabe: Erst zum Jahres beginn hatte RWE einen Rückgang seines Jahresüberschusses um 22 Prozent vermelden müssen. Hintergrund dafür seien nach zahlreichen Firmenübernahmen unter anderem Abschreibungen und Finanzierungskosten, hieß es. Mit einer beispiellosen Einkaufstour hatte der scheidende Konzernchef Kuhnt in den vergangenen Jahren aus dem regionalen Energieversorger einen global agierenden Konzern mit Standbeinen in den Bereichen Strom, Gas, Wasser und Entsorgung gemacht. Seinem Nachfolger hinterlässt er aber auch einen milliardenschweren Schuldenberg.

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