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26.03.2003

12:38 Uhr

„Harter Schlag für die Aktionärsdemokratie“

Immer weniger Aktionäre auf Hauptversammlungen

Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) ist besorgt über einen kontinuierlichen Rückgang der Präsenz auf Hauptversammlungen. "Diese Entwicklung ist fatal. Die Gefahr von Zufallsmehrheiten steigt dramatisch", warnte DSW-Hauptgeschäftsführer Ulrich Hocker am Mittwoch in Frankfurt. Der Stimmenanteil, den ein Großaktionär brauche, um unternehmerische Entscheidungen zu beeinflussen, werde immer kleiner, Übernahmen würden einfacher.

vwd FRANKFURT. Im vergangenen Jahr sei auf den Hauptversammlungen der 30 Dax-Unternehmen nur noch gut die Hälfte des stimmberechtigten Kapitals vertreten gewesen nach über 60 Prozent Ende der 90er Jahre. Zu den vielfältigen Gründen für diese Entwicklung komme in diesem Jahr hinzu, dass die Landesbanken das Depotstimmrecht einstellten. Dies bezeichnete Hocker als "harten Schlag für die Aktionärsdemokratie".

Ähnliche Tendenzen seien bei den Volks- und Raiffeisenbanken erkennbar. Die Häuser sollten ihre Kunden auf andere, kostenlose Möglichkeiten der Stimmrechtsvertretung hinweisen.

Hocker prangerte außerdem das Instrument der Wertpapierleihe an, das nachteilig für Privatanleger sei. Ein Verhaltenskodex, wie er in Kürze in den USA vorgelegt werde, sei dringend erforderlich. Dass Unternehmen sich bei Banken Aktien der eigenen Gesellschaft leihen könnten, um sich damit ein "Stimmpolster" für Hauptversammlungen zu sichern, sei nicht im Sinne des Anlegerschutzes.

Noch weniger zu tolerieren sei die Möglichkeit, dass Aktienfonds Papiere an Hedgefonds ausliehen. "Diese nutzen die geliehenen Aktien, um den Kurs eines Unternehmens massiv zu drücken. Verlierer bei diesem Spiel sind die Anleger", sagte Hocker.

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