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04.07.2000

13:45 Uhr

Hauptversammlung

Metro-Chef kritisiert Preiskampf im Einzelhandel

Die Konzerne seien phantasielos, meint Hans-Joachim Körber. Auch im laufenden Jahr bleibe sein Unternehmen auf Wachstumskurs.

ap DÜSSELDORF. Deutschlands größter Handelskonzern Metro ist besorgt über den gegenwärtigen Preiskrieg im Einzelhandel. Die Konzentration auf Niedrigpreise als Verkaufsargument "zeigt die Phantasielosigkeit im deutschen Lebensmittel-Einzelhandel und führt zwangsläufig zu einer weiteren Verschärfung des Wettbewerbs", sagte der Vorstandssprecher der Metro AG, Hans-Joachim Körber am Dienstag auf der Hauptversammlung des Unternehmens in Düsseldorf. Zu Gerüchten über einen möglichen Verkauf der Supermarkt-Kette Real an den britischen Konkurrenten Tesco äußerte sich der Manager in seiner Eröffnungsrede nicht.

Auch im laufenden Jahr bleibt die Metro AG Körber zufolge weiter auf Wachstumskurs. "Wir rechnen in 2000 mit einem Umsatzwachstum im Konzern von fünf bis sieben Prozent, aus heutiger Sicht eher sieben Prozent", berichtete der Manager. Im Geschäftsjahr 1999 hatte der Konzern mit 2 113 Standorten weltweit einen Nettoumsatz von 85,7 Mrd. DM erzielt. Auch das Ergebnis soll in diesem Jahr weiter wachsen. "Wir sind davon überzeugt, dass auch unsere ertragsschwachen Vertriebslinien jetzt auf dem richtigen Weg sind", betonte Körber. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 1999 steigerte der Konzern das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit um 19 % auf 1,35 Mrd. DM. Der Konzernjahresüberschuss lag mit 713 Mill. DM allerdings drei Prozent unter Vorjahr.

Um sein weiteres Wachstum sicher zu stellen, plant der Konzern in diesem Jahr Investitionen von rund 2,8 Mrd. DM. Ein Schwergewicht der Unternehmensstrategie liegt dabei weiterhin auf der Internationalisierung des Geschäfts. So sollen weltweit rund 40 neue Cash & Carry-Märkte eröffnet werden. Die Elektronikmärkte Media/Saturn wollen mit 29 Neuröffnungen in Europa ihre Führungsposition ausbauen.

Den Löwenanteil des Ergebnisses erwirtschafteten auch 1999 die Cash & Carry-Märkte und die Elektronikfachmärkte des Konzerns. Sorgenkinder blieben dagegen die Warenhäuser, die Supermarktkette Real und die Extra-Verbrauchermärkte, die unter dem Preiskampf auf dem deutschen Markt litten. Auch die Baumarktkette Praktiker musste flächenbereinigt ein deutliches Umsatzminus hinnehmen. Sorgen macht dem Einzelhandelsriesen aber nach wie vor auch sein enttäuschender Börsenkurs. "Nachdem wir 1998 Aktie des Jahres waren, gehörten wir im abgelaufenen Jahr deutlich zu den Verlieren", räumte Körber ein.

Doch setzt der Konzern große Hoffnungen auf seine geplanten Internet-Aktivitäten. "Wir wollen die Metro AG zu einem führenden E-Commerce-Anbieter in Europa machen", sagte der Manager. Dabei werde der Schwerpunkt auf Business-to-Business-Aktivitäten liegen.



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