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06.01.2003

18:23 Uhr

"Hausarztmodell" wird eingeführt

Gesundheitspass soll Milliarden sparen

Ein freiwilliger elektronischer Gesundheitspass soll Kernstück der von Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) noch für dieses Jahr geplanten Gesundheitsreform werden. Dies erfuhr das Handelsblatt aus Koalitionskreisen.

Gesundheitsministerin Ulla Schmidt. Foto: dpa

Gesundheitsministerin Ulla Schmidt. Foto: dpa

Mit dieser Weiterentwicklung der heutigen Chip-Karte, auf der in Zukunft auch Behandlungs- und Diagnosedaten gespeichert werden sollen, will die Ministerin Doppeluntersuchungen und Fehlbehandlungen verhindern. Die neue "Smart-Card" soll mit dem so genannten "Hausarztmodell" verknüpft werden. Danach erhalten Versicherte, die freiwillig nur nach Konsultation des Hausarztes einen Facharzt aufsuchen, einen Beitragsbonus. Dadurch soll das "Doctor- Hopping", der Besuch mehrerer Ärzte wegen einer Krankheit, eingedämmt werden. Nach Untersuchungen der Bundesregierung verursachen Unter- und Fehlversorgung rund 20 % aller Kassenausgaben.

Außerdem will Schmidt bislang verbotene Fusionen zwischen Kassen verschiedener Kassenart, etwa zwischen Betriebs- und Ersatzkassen erlauben. In der Koalition wird erwartet, dass Schmidt ihre Pläne noch diese Woche der SPD-Fraktion vortragen wird. Insgesamt will sie rund acht Milliarden Euro einsparen, um den zum 1. Januar auf 14,3 % gestiegenen Durchschnittsbeitrag zu stabilisieren.

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