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08.02.2001

13:46 Uhr

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Henkel verschickt Verkaufsangebot für Cognis

. Der Düsseldorfer Waschmittel- und Konsumgüterkonzern Henkel KGaA hat nach eigenen Angaben ein Verkaufsprospekt an Interessenten für seine Chemietochter Cognis verschickt und will damit den geplanten Verkauf vorantreiben. Die Namen der potenziellen Käufer wollte eine Henkel-Sprecherin auf Anfrage der Nachrichtenagentur Reuters am Donnerstag jedoch nicht nennen.

Reuters DÜSSELDORF Bei der Ausgliederung beraten wird der Konzern nach eigenen Angaben von der Investmentbank Merril Lynch. Henkel hatte seit Monaten bekundet, sich von seiner Chemietochter trennen und auf Markenartikel spezialisieren zu wollen. Branchenkreisen zufolge soll Cognis einen Wert von bis zu drei Mrd. $ (rund 6,3 Mrd. DM) haben. Die Henkel-Aktie legte in einem freundlichen Marktumfeld um 2,3 % zu.

Den ursprünglichen Planungen zufolge wollte Henkel die Mehrheit an Cognis behalten. Im November hatte Vorstandschef Ulrich Lehner jedoch angekündigt, dass auch ein kompletter Verkauf möglich sei. Für das Frühjahr 2001 hatte Lehner die Veröffentlichung einer Liste von Interessenten in Aussicht gestellt.

Die auf die Herstellung von Chemiekalien auf Naturbasis spezialisierte Cognis setzte 1999 mit etwa 9000 Mitarbeitern etwa 2,6 Mrd. Euro um. Durch das Abstoßen des Chemie-Geschäfts würde Henkel sich weiter auf bestehenden Reinigungs- und Waschmittelmarken wie Persil oder Svit konzentrieren. Henkel hatte Cognis, die unter anderem Stoffe wie Palm - oder Kokosnuss-Öl verarbeitet, erst vor rund zwei Jahren gegründet.

Den Kreisen zufolge soll die erste Bieterrunde für Cognis in den kommenden drei bis vier Wochen zu Ende gehen und der Verkauf zu Beginn des zweiten Quartals beginnen. Interesse hätten sowohl Branchen-Firmen wie Kohlberg Lravis and Roberts sowie Investoren wie CVC Capital Partners signalisiert, hieß es weiter. Die Spezialchemie-Industrie wurde in der jüngsten Vergangenheit durch die steigenden Preise für Rohstoffe und Öl sowie durch einen zunehmenden Konkurrenzdruck aus Asien belastet.

Die ebenfalls auf Spezialchemie konzentrierte Degussa-Hüls AG wollte auf die Frage, ob sie ein Interesse an Cognis habe, keine Stellungnahme abgeben. "Wir möchten uns dazu nicht äußern", sagte eine Sprecherin. Für Degussa-Hüls habe die zügige Umsetzung der angekündigten Desinvestitions-Vorhaben Priorität. Degussa-Hüls will nach Angaben des Mutterkonzerns E.ON Geschäftsfelder mit einem derzeitigen Umsatzbeitrag von insgesamt etwa fünf Mrd. Euro veräußern.

Der verbleibende Spartenanteil mit einem Umsatzvolumen von rund neun Mrd. Euro solle dann bis 2004 vor allem durch externes Wachstum auf Erlöse von 18 bis 20 Mrd. Euro wieder ausgebaut werden.

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