Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

21.01.2002

13:43 Uhr

Herabstufung von Nokia zieht Telekomsektor in Mitleidenschaft

Tech-Werte belasten europäische Börsen

Schwache Technologietitel haben die europäischen Aktienmärkte am Montag gegen Mittag ins Minus gedrückt. Der Stoxx 50-Index verlor 1,16 Prozent auf 3 506 Punkte.

Reuters DÜSSELDORF. Eine Herunterstufung des Telekom-Ausrüsters Nokia sowie ein vorsichtiger Ausblick des Chipherstellers Infineon hätten den Sektor belastet, erklärten Händler. Nokia brachen um über sechs Prozent ein. Zuvor hatte Morgan Stanley den Wert auf "underperform" von "neutral" heruntergestuft und dies unter anderem mit Sorgen über einen Rückgang seiner Handyverkäufe im laufenden Jahr im chinesischen Markt begründet. Nokia wird seine Quartalszahlen am Donnerstag vorlegen.

Die Infineon-Aktie ermässigte sich um vier Prozent. Analysten erklärten, zwar seien die Quartalsergebnisse im Rahmen der Erwartungen gelegen, doch habe der betont vorsichtige Ausblick über die kommenden sechs Monate den Wert belastet. Der DJ-Stoxx-Tech-Index gab rund vier Prozent nach. Zu den grösseren Verlierern zählten Alcatel und Siemens. Im Bankensektor standen die Titel von Deutsche Bank unter Druck. Zuvor hatte Morgan Stanley den Wert wegen Sorgen über die Qualität der Vermögenswerte heruntergestuft. Keine Impulse werden die europäischen Aktienmärkte von den US-Börsen erhalten, die infolge eines nationalen Feiertages am Montag geschlossen bleiben.

LONDON: Die Londoner Aktienbörse tendierte schwächer. Der FTSE-100-Index gab 0,26 Prozent auf 5 114 Zähler. Händler sprachen von einem flauen Geschäft und verwiesen auf die US-Leitbörsen, die am Montag wegen eines Feiertages geschlossen bleiben. Unter Druck standen Technologie-Werte, die von der Herunterstufung von Nokia belastet wurden. ARM Holdings verloren 1,5 und Logica über drei Prozent. Die Vodafone-Aktie gab 1,4 Prozent nach. Cable & Wireless verloren 1,7 Prozent, während BT Group ein Prozent einbüssten.

PARIS: Befürchtungen über schlechte Nachrichten aus dem Technologiesektor diesseits und jenseits des Atlantiks belasteten laut Händlerangaben die Börse in Paris. Der CAC40-Index notierte über ein Prozent schwächer auf 4 404 Punkten. Händler erklärten dies mit einer seit der Vorwoche deutlich verschlechterten Marktpsychologie. Die vorgelegten Unternehmensergebnisse zum Jahr 2001 seien mehrheitlich enttäuschend ausgefallen. Gleichzeitig sei der Markt über den Zeitpunkt und das Ausmass der für 2002 erwarteten Wirtschaftserholung verunsichert. Zu den Hauptverlierern gehörten Technologieschwergewichte wie Alcatel und STMicrolectronics, die 2,5 beziehungsweise fast vier Prozent nachgaben.

ZÜRICH: Die Schweizer Aktien tendierten etwas schwächer. Die Umsätze seien aber sehr gering, was Marktteilnehmer vor allem auf den Martin Luther King-Feiertag in den USA zurückführten. Einzelsituationen prägten das Bild, sagte ein Händler. Vor der beginnenden Bilanzsaison sei zudem eine gewisse Nervosität spürbar, die die Investoren vorsichtig werden lasse. Die nach dem Einbruch der US-Technologiebörse Nasdaq vom Freitag von den defensiven Titeln eigentlich erwartete Unterstützung sei bisher nur teilweise zu sehen, hiess es. Der Standardwerteindex SMI verlor 0,56 Prozent auf 6 259,2 Punkte. Die defensiven Schwergewichte präsentierten sich uneinheitlich. Nestle kletterten 1,5 Prozent, Novartis gaben dagegen ein Prozent nach. Nestle profitierten noch vom Verkauf von Food Ingredients Specialties (FIS) an Givaudan , sagte ein Händler. Auch Givaudan legten weitere 1,1 Prozent auf 531 sfr zu. Analysten hatten die strategische Qualität sowie Kaufpreis und Finanzierungskonditionen der am Freitag bekannt gegebenen Transaktion sehr positiv beurteilt. Serono gewannen 3,1 Prozent.

AMSTERDAM: Unter Führung der Technologiewerte notierte die Amsterdamer Börse schwächer. Der AEX-Index verlor 0,6 Prozent auf 491 Zähler. Grössere Verluste verzeichneten Philips mit einem Minus von 2,6 Prozent und ASML mit einem Kursrückgang von 1,6 Prozent. Für etwas Aufhellung sorgten die einzelne defensive Werte. Die Titel des Nahrungsmittelkonzerns Numico kletterten um 3,6 Prozent. Zuvor hatte das Unternehmen eine Zunahme seiner Umsätze im Jahr 2001 vorgelegt, die im Rahmen der Analysten-Erwartungen lag. Gesucht waren auch Unilever und Heineken, die moderate Aufschläge von 0,8 beziehungsweise 0,5 Prozent verbuchten.

MADRID: An der Madrider Börse notierte der Ibex-35-Index um 1,5 Prozent tiefer auf 7 889 Zähler. Händler erklärten, im Vorfeld der Bilanzsaison in Spanien und angesichts der anhaltenden Krise in Argentinien hätten sich die Anleger zurückgehalten. Mit Spannung werde die Bekanntgabe der argentinischen Regierung über Einzelheiten ihrer Geld- und Fiskalpolitik im Verlauf der Woche erwartet, sagten Börsianer. Im Vorfeld der Bekanntgabe ihrer Quartalszahlen büssten Bank Santander um 1,21 Prozent ein. Die Titel des Konkurrenten Banco Bilbao Vizcaya Argentaria ermässigten sich um 1,7 Prozent. Unter Druck standen auch Telefonica, die fast zwei Prozent nachgaben.

MAILAND: An der Börse Mailand notierte der Mib-30-Index 1,2 Prozent tiefer auf 31 380 Zählern. Die Liste der Verlierer führten die Titel der Bank Bipop Carire an, die zweitweise um vier Prozent einbrachen. Händler verwiesen auf das negative Echo auf Berichte, wonach die Bank einen Zusammmenschluss mit der Banca di Roma plane. Banca di Roma verbuchten leichte Gewinne von 0,3 Prozent. Unter Druck standen die Titel des Rüstungsunternehmens Finmeccanica, die fast vier Prozent verloren. Händler verwiesen auf dessen Beteiligung von 19 Prozent am französischen Chipproduzenten STMicroelectronics.

STOCKHOLM: Technologiewerte zogen die Börse Stockholm ins Minus. Der OMX-Index büsste 1,5 Prozent auf 780 Punkte ein. Nokia brachen um sechs Prozent ein. Morgan Stanley begründete die Rückstufung des Titel mit der Befürchtung, dass die Handy-Verkäufe im laufenden Jahr im chinesischen Markt möglicherweise rückläufig ausfallen könnten. Die Titel des Konkurrenten Ericsson, die am kommenden Freitag die Quartalsergebnisse veröffentlichen werden, büssten 2,8 Prozent ein.

WIEN: Der Wiener Aktienmarkt notierte gegen den Trend an den europäischen Leitbörsen fester. Der ATX-Index stieg 0,6 Prozent auf 1 144 Zähler. Händler sprachen von einem ruhigen Handel, in dem Schwergewichte sich von den in der Vorwoche erlittenen Verlusten erholen konnten. Erste Bank verbesserten sich um 1,5 Prozent. Der Wert profitierte von einer Anhebung des Kursziels durch Deutsche Bank. Freundlich tendierten auch VA-Tech, die fast zwei Prozent zulegten.

BRÜSSEL: Die Börse in Brüssel notiert unter der Führung des Finanzwertes Dexia schwächer. Der Bel-20-Index verlor 0,3 Prozent auf 2 723 Punkte. Händler sprachen von einem flauen Geschäft bei dünnen Umsätzen. Dexia mussten einen Teil seiner Freitagsgewinne abgeben und notierte 0,3 Prozent schwächer. Händler sprachen von Gewinnmitnahmen. Unter Druck standen auch andere Finanzwerte. Fortis gaben 0,4 Prozent nach. Im Trend negativ notierten auch die Papiere des Versorgers Electrabel, die 1,2 Prozent verloren. Händler verwiesen auf die negativen Vorgaben des französischen Versorgers Suez, die eine Beteiligung von rund 42 Prozent an Electrabel halten.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×