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06.01.2003

07:24 Uhr

Hersteller hoffen auf Märkte in Osteuropa und China

Lkw-Branche wird wohl erst 2004 die Bremsen lösen

So lange die Konjunktur lahmt, bleiben auch bei den Herstellern von schweren Nutzfahrzeugen die Bremsen angezogen: 2003 wird voraussichtlich das dritte schwache Jahr in Folge - auch wenn in der zweiten Jahreshälfte die Nachfrage nach Lastkraftwagen in der Kategorie über sechs Tonnen anziehen könnte.

hof FRANKFURT/M. Für das Folgejahr sagen Experten dann kräftige zweistellige Wachstumsraten auf den Märkten in Westeuropa und Nordamerika voraus, 2005 könnten in beiden Regionen sogar wieder Rekord-Verkaufszahlen erzielt werden, prognostizieren die Marktanalysten vom britischen Forschungsinstitut J.D. Power-LMC. Dann können die Firmen davon profitieren, dass sie die Schwelle zur Profitabilität in den Krisenjahren deutlich gesenkt haben und in den vergangenen Quartalen überwiegend über eine verbesserte Ertragssituation berichten konnten.

Dass die Branche dennoch weiter unter Druck steht, wird in den Unternehmen nicht anders beurteilt. So zeigte sich bei einer Umfrage der Wirtschaftsprüfer von KPMG jeder zweite führende europäische Lkw-Hersteller überzeugt, dass sich die Konsolidierung der Branche in den kommenden fünf Jahren fortsetzen wird.

Bei der Bewertung des westeuropäischen Marktes äußerten sich die Lkw-Hersteller der Umfrage zufolge skeptisch. Dies zeigt sich auch darin, dass drei von vier Produzenten Wachstumschancen in den nächsten Jahren vor allem in Osteuropa sehen. Zwei von drei Herstellern setzen große Hoffnungen auch auf Asien und speziell den chinesischen Markt.

Schon im vergangenen Jahr bekamen die Hersteller in Westeuropa die Konjunkturflaute besonders deutlich zu spüren. Mit einem Zulassungsminus von mehr als 12 % rechnet Pete Kelly von J.D. Powers. Im bedeutenden deutschen Markt betrug das Minus nach Zahlen des Verbandes der deutschen Automobilindustrie VDA bis Ende November immerhin 9 %.

Nur der florierende chinesische Markt und die moderat negative Entwicklung in den USA können die Jahresbilanz der Branche insgesamt etwas aufhellen. In China stieg im vorigen Jahr der Verkauf von Lastkraftwagen um mehr als ein Drittel auf 425 000 Fahrzeugen - damit wurden in dem Land erstmals sogar mehr Lkw abgesetzt als in Nordamerika.

Für die Anbieter in den USA könnte sich das vergleichsweise gute Geschäft im vorigen Jahr schon bald rächen. Denn die steigende Nachfrage im Herbst war wesentlich auf eine seit Oktober geltende schärfere Emissionsvorschrift zurückzuführen, die die Trucks in Anschaffung und Unterhalt verteuert. Die Konsequenz: Viele Spediteure zogen geplante Käufe vor und verhalfen dem US-Markt so zu einer kurzfristigen Belebung der Nachfrage.

Allein im September stiegen die Verkäufe schwerer Lkw nach Angaben des VDA um 39 %. Nun müssen die US-Verkäufer in den ersten beiden Quartalen mit einem eher flauen Geschäft rechnen. "Auf dem US-Markt ist die Talsohle noch nicht erreicht", sagt Albrecht Denninghoff, Analyst bei der Hypovereinsbank.

Für das Geschäft in Europa rechnet der Verband der Automobilhersteller wie auch Denninghoff frühestens im zweiten Halbjahr mit einem Ende der Talfahrt. Bislang sei jedoch noch kein Licht am Ende des Tunnels zu erkennen, beobachtet der Analyst.

Hauptgrund für den vorsichtigen Ausblick bleibt nach Meinung von J.D.Power-Experte Kelly nach wie vor die schwache Konjunktur. Auch für Südamerika sagt er ein weiteres schweres Jahr voraus, rechnet aber damit, dass ein Einbrechen der Nachfrage verhindert werden kann.

Quelle: Handelsblatt

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