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25.01.2001

13:55 Uhr

"Heute ist nichts Besonderes am Markt los, alle warten auf die Greenspan-Rede"

Deutsche Aktien im Vorfeld der Greenspan-Rede freundlich

Der Dax präsentiert sich bei geringem Umsätzen in positiver Stimmung. Am Neuen Markt ziehen die guten Werte von Letsbuyit.com den Index in die Höhe.

Reuters FRANKFURT. Der deutsche Aktienmarkt hat sich am Donnerstag im Vorfeld der Rede des US-Notenbankchefs Alan Greenspan vor dem US-Senat bei geringen Umsätzen freundlich präsentiert. "Heute ist nichts Besonderes am Markt los, alle warten auf die Greenspan-Rede", sagte ein Händler. Einige Banken seien gezwungen, sich mit einzelnen Titeln einzudecken, um der Nachfrage ihrer Kunden nachzukommen. Das verleihe einigen Titeln Auftrieb. Der Deutsche Aktienindex präsentierte sich bei geringen Umsätzen zur Mittagszeit 0,7 % höher bei 6 753 Zählern. Im Aufwind lagen die Titel von SAP und Thyssen Krupp. Am Neuen Markt bestimmten erneut die Titel des niederländischen Internet-Händlers Letsbuyit.com mit einem Plus von mehr als 130 % das Geschehen. Der Nemax-50-Index stieg 0,6 % auf 2 928 Zähler.

Die internationalen Aktienmärkte warten Beobachtern zufolge gespannter als sonst auf den Auftritt des US-Notenbankpräsidenten vor dem Senat. Denn diesmal kommt die Anhörung Greenspans nur wenige Tage vor der Sitzung des geldpolitischen Offenmarktausschusses der Fed am 30./31. Januar. Zwar sind sich die Märkte weitgehend einig, dass die US-Währungshüter die Leitzinsen dann ein zweites Mal in diesem Jahr senken werden. Uneinigkeit besteht jedoch darüber, wie groß dieser Schritt ausfallen wird. Von Greenspans Ausführungen vor dem Haushaltsausschuss des US-Senats erwarten sich Finanzmärkte hierüber Aufschluss. Hinweise auf eine deutliche Zinssenkungen könnten Analysten zufolge die Aktienmärkte beflügeln.

Kursgewinne bei SAP

Unter den deutschen Blue Chips ragten Kursgewinne beim Softwarehersteller SAP hervor. Die Aktie legte 2,7 % auf 203,11 Euro zu. "Das Papier hat charttechnisch gesehen einen Widerstand bei 200 Euro nach oben durchbrochen", sagte ein Händler. Es versuchten auch einige Investoren, deren Optionen auf den Wert verfielen, das Papier nach oben zu drücken.

Die Aktie des Halbleiterherstellers Infineon ist nach Bekanntgabe von Geschäftszahlen des französisch-italienischen Chipherstellers STMicroelectronics unter Druck geraten. Der Wert führte mit einem Abschlag von 2,9 % auf 46 Euro die Verliererliste im Dax an. Zwar seien die Zahlen für das vierte Quartal bei STMicroelectronics im Rahmen der Erwartungen ausgefallen, "der Ausblick ist aber nicht so rosig", sagte ein Händler. "Das drückt den Infineon-Kurs."

Die Titel von Thyssen Krupp legten 4,13 % zu. Zuvor hatte der japanische Stahlhersteller NKK mitgeteilt, sich in Gesprächen mit Thyssen über eine mögliche Ausweitung ihrer bestehenden Allianz zu befinden. Thyssen teilte mit, derzeit kein Interesse an einer Beteiligung bei NKK zu haben.

Letsbuyit.com im Rampenlicht

Am Neuen Markt standen die Titel von Letsbuyit.com erneut im Rampenlicht. Der Aktienkurs des Internet-Händlers hat in der Spitze um 137,5 % zugelegt, nachdem der Internet-Händler einen Konkurs vorerst abwehren konnte und einen Groß-Investor präsentierte. Unterschiedlich bewerteten Börsianer jedoch die Erfolgsaussichten für das Unternehmen. "Es glaubt kein Mensch an eine Rettung", sagte ein Händler. Derzeit wären reine Zocker am Markt. Mit mehr als 24 Mill. umgesetzten Stücken war die Aktie das meist gehandelte Papier im Xetra-Handel. "Totgesagte leben länger", sagte ein anderer Börsianer. Wenn sich die Meldung über einen Investor bewahrheite, könne die Aktie weiter steigen.

Der MDax notierte 0,68 % höher auf 4 728 Zählern.

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