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03.04.2003

12:50 Uhr

Hintergrund

Streu- und Splitterbomben richten verheerende Schäden an

Die verheerende Schäden anrichtenden Streubomben (Cluster Bomb Units - CBU) werden vorwiegend bei großflächigen Bombardements gegen Soldaten und Panzer eingesetzt. Die jetzt offenbar im Irak verwendete Streubombe vom Typ CBU-105 ist eine Neuentwicklung mit zehn an Fallschirmen auf das Ziel niedergehenden Kleinbomben, in denen wiederum jeweils vier von Hitzesensoren gesteuerte Sprengsätze enthalten sind. Jeder dieser insgesamt 40 Sprengkörper ist in der Lage, einen Panzer zu zerstören.

HB/dpa HAMBURG. Die schon seit Jahrzehnten in vielen Kriegen abgeworfenen und ständig weiterentwickelten Streubomben bestehen aus einem Behälter mit einer Vielzahl kleiner Bomben. Nach dem Abwurf stößt der Behälter die "Bombletten" genannten Kleinbomben aus, die wiederum in einer für maximale Zerstörungskraft geeigneten Höhe explodieren oder, in der neuesten Variante, mit eigenem Antrieb ihr Ziel selbst ansteuern. Bestückt sind die Streubomben entweder mit Minen oder mit Splitterbomben. Besonders die bei der Explosion in große Mengen kleiner Schrapnelle zerplatzenden Splitterbomben können großflächige Schäden anrichten.

Die in der amerikanischen CBU-87 steckenden 202 Sprengkörper beispielsweise treffen eine Fläche von acht Fußballfeldern. Zu den Kleinbomben zählt die Splitterbombe BLU-3/B, die bei der Zündung mit der Geschwindigkeit von Gewehrkugeln fliegende Stahlkugeln freisetzt. Das britische Pendant ist die mit 147 Kleinbomben beladene BL 755. Die Splitterwirkung jeder der Minibomben von der Größe einer Getränkedose ist im Umkreis von zehn Metern tödlich.

Clusterbomben wurden von den Amerikanern schon im Vietnam-Krieg, im Golfkrieg 1991, im Kosovo 1999 und in Afghanistan 2001 eingesetzt. Eine besondere Gefahr dieser Bomben ist die relativ große Zahl von Blindgängern. Nicht explodierte Kleinbomben können im Wüstensand verborgen auch noch nach vielen Jahren für die Zivilbevölkerung ähnlich wie Landminen eine tödliche Bedrohung sein.

Um diese Gefahren zu minimieren, die auch für die in Einsatzgebiete nachrückenden Soldaten bestehen, sind neu entwickelte Clusterbomben wie die CBU-97 und CBU-105 mit zusätzlichen Programmen ausgerüstet worden. Nach Angaben des Herstellers können sich nicht explodierte "Bombletten" nach kurzer Zeit selbst deaktivieren oder zerstören. Menschenrechtsorganisationen verlangen seit langem die völkerrechtliche Ächtung dieser Bomben.

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