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18.01.2001

07:42 Uhr

Historisches Ereignis

Österreichische Entschädigung für NS-Opfer unterzeichnet

Österreich, Vertreter von jüdischen NS-Opfern und die USA haben gestern in Washington ein Abkommen über die Entschädigung von Überlebenden des Holocausts unterzeichnet. Die österreichische Regierung soll 210 Mill. $ in einen allgemeinen Entschädigungsfonds zahlen.

Reuters WASHINGTON. Österreich, Vertreter von jüdischen NS-Opfern und die USA haben am Mittwoch in Washington ein Abkommen über die Entschädigung von Überlebenden des Holocausts unterzeichnet. Demnach sollen die österreichische Regierung und Wirtschaft 210 Mill. $ (etwa 437 Mill. DM) in einen allgemeinen Entschädigungsfonds zahlen. Zusammen mit bereits zugesagten 150 Mill. $ bedeutet dies, dass die Überlebenden umgerechnet je etwa 14 600 Mark erhalten. Zudem soll Österreich ein Sozialfonds im Wert von 112 Mill. $ für Renten für Überlebende im Ausland einrichten.

Der amerikanische Unterhändler Stuart Eizenstat sprach von einem historischen Ereignis. So weit es die US-Regierung betreffe, sei eine kritische Masse von Unterzeichnern erreicht worden, um weitere Klagen hinfällig zu machen. Jedoch wurde der Vertrag von mindestens einer Kanzlei und einem Vertreter von sieben Familien nicht unterzeichnet. Österreichs Bundeskanzler Wolfgang Schüssel hatte vergangene Woche die Bedeutung der Rechtsicherheit betont. US-Anwälte hatten im Namen der Opfer Milliardenklagen gegen Österreich und österreichische Firmen eingebracht.

Österreich war von 1938 bis 1945 Teil des Deutschen Reiches. Vor dem Anschluss an Deutschland lebten in Österreich rund 190 000 Juden, deren Besitz geplündert wurde. Die Zahl der Überlebenden wird auf 21 000 geschätzt.

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