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09.01.2002

14:46 Uhr

Hochkomplexes Finanzinstrument

Wandelanleihen sind kein Allheilmittel

Die Risiken dieser Papiere, die eine Kombination von Aktien und Anleihe darstellen, werde oft unterschätzt, erklärt die Investmentgesellschaft Invesco Asset Management Deutschland.

ap FRANKFURT. Gerade bei einer Baisse steige auch das Ausfallrisiko der Anleihe und damit falle ihr Wert. Als Besitzer einer klassischen Wandelanleihe erhält man den Angaben zufolge eine konstante Verzinsung des eingesetzten Kapitals und kann die Anleihe am Ende der Laufzeit zu einem vorher festgelegten Verhältnis in Aktien tauschen. Ist der Aktienkurs gestiegen, lohnt sich die Umwandlung der Anleihen in Aktien. Wenn die Aktie dagegen gefallen ist, verzichtet man auf den Tausch und wählt stattdessen die Rückzahlung der Anleihen.

Die Vorstellung, Wandelanleihen böten eine Art Sicherheitsnetz gegenüber Kursverlusten bei Aktien, sei jedoch eine Vereinfachung, die gefährlich sein könne, erklärt Invesco. Die Experten verweisen auf Untersuchungen des Verlaufs beim Standard & Poors Index S&P 500 und beim GSBB US-Wandelanleihen-Index seit Beginn der Kursverluste im Frühjahr 2000.

Das Ergebnis: Der Indexverlauf der Wandelanleihen entspreche einem gedämpften Verlauf der unterliegenden Aktienkurse. Der Wert einer Unternehmensanleihe unterliegt den Angaben zufolge unter anderem dem Renditeniveau von Staatsanleihen und dem Renditeabstand der Unternehmensanleihe zu Staatsanleihen. Da sich beide Faktoren im Laufe der Zeit änderten, sei das Sicherheitsnetz, das die Untergrenze der Kursschwankungen von Wandelanleihen darstelle, ein äußerst instabiles Gebilde.

Es sei nicht untypisch, dass sich Renditeabstände von Unternehmensanleihen zu Staatsanleihen gerade dann ausweiteten, wenn Aktienkurse fielen. Schließlich drücke der Anleiheabstand die Markteinschätzung über Kreditrisiken des Emittenten aus, währen der Aktienkurs die Einschätzung der Gewinnaussichten widerspiegele. Beide Faktoren seien in hohem Maße von gemeinsamen Faktoren wie zum Beispiel der Wettbewerbsposition des Unternehmens abhängig. Grundsätzlich seien Wandelanleihen ein interessantes Finanzinstrument, allerdings seien sie hochkomplex und somit nur etwas für Experten, lautet das Fazit von Invesco.

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