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17.03.2003

18:00 Uhr

Höhere Verluste erwartet

GPC sieht schwarz

Das Biotechunternehmen GPC Biotech geht angesichts hoher Kosten für die klinische Erprobung seines neuen Krebsmedikaments weiterhin von einer Ausweitung seiner Verluste im laufenden Jahr aus.

Reuters FRANKFURT. Gerechnet werde unter dem Strich mit einem Verlust von 33 bis 38 Millionen Euro nach 27 Millionen Euro im vergangenen Jahr, bekräftigte Finanzvorstand Mirko Scherer am Montag bei der Vorlage der Jahresbilanz 2002 in Frankfurt frühere Prognosen. Mit 22 bis 23 Millionen Euro werde GPC indes voraussichtlich ein leichtes Umsatzwachstum erreichen. Die vor allem in der Krebsforschung tätige Gesellschaft plant, ihr Krebsmedikament Satraplatin im dritten Quartal 2003 in die für die Marktzulassung entscheidende klinische Testphase III zu bringen.

Zeitweise brach die am Nemax50 notierte GPC-Aktie mehr als fünf Prozent ein, erholte sich im Laufe des Tages allerdings wieder. Am Nachmittag lag sie 0,7 Prozent im Plus bei 2,83 Euro.

Die teure klinische Erprobung von Satraplatin bekommt das Martinsrieder Unternehmen in diesem Jahr finanziell deutlich zu spüren. So werde der durchschnittliche Verbrauch der Nettofinanzmittel auf neun Millionen Euro pro Quartal wachsen, sagte Finanzchef Scherer. 2002 belief sich der Cash-Burn auf 25,2 Millionen Euro. Das Medikament, das bei hormon-resistentem Prostatakrebs eingesetzt werden soll, werde an etwas mehr als 800 Patienten in den USA und Europa getestet. Die Zulassung soll 2006 in den USA beantragt werden. Der Konzern rechnet nach eigenen Angaben mit jährlichen Umsätzen von 150 Millionen Dollar. Zugleich verwies Scherer auf weitere Medikamentenkandidaten, die derzeit in vorklinischen Testphasen stünden. Mit Pharmapartnern wolle GPC diese Kandidaten 2004 in die klinischen Studien bringen. Zudem erwarte GPC, weitere Partnerschaftsverträge mit Pharmakonzernen zur Nutzung der Lead-Code-Technologie abschließen zu können, die insbesondere bei der Erforschung von Wirkstoffmechanismen eingesetzt wird.

Seine Geschäftsziele für 2002 übertraf das Biotechnunternehmen leicht. GPC setzte 21,5 Millionen Euro um und damit 55 Prozent mehr als noch im Vorjahr. GPC hatte im November Erlöse von 21 Millionen für 2002 in Aussicht gestellt. Das Unternehmen begründete das Umsatzplus vor allem mit den Geschäftsbeziehungen zum Bad Homburger Pharmakonzern Altana, mit dem das Unternehmen an der US-Ostküste derzeit ein Forschungsinstitut aufbaut. Mit Altana, der mit 8,3 Prozent an GPC beteiligt sind, arbeitet das Unternehmen schon mehrere Jahre in verschiedenen Bereichen zusammen.

Der Nettoverlust verringerte sich im vergangenen Jahr auf rund 27 (29,4) Millionen Euro. Zu dem Verlust haben GPC zufolge unter anderem gestiegene Verwaltungskosten beigetragen. Dazu kamen auch Abschreibungen zum Jahresende von 7,3 Millionen Euro aus der Übernahme der US-Firma Mitotix. Finanzchef Scherer kündigte ferner an, rund zehn Prozent des GPC-Aktienkapitals zurückzukaufen. Ein entsprechender Vorschlag solle der Hauptversammlung im Mai vorgelegt werden.

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