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09.01.2003

13:24 Uhr

Hoeneß macht TV-Sendern Druck

„Wer WM 2006 will, muss Bundesliga kaufen"

Uli Hoeneß ist in der Diskussion um die Bundesliga-TV-Rechte mit einem Kopplungs-Modell in die Offensive gegangen. Der Manager des Branchenführers FC Bayern München erwartet im Gegensatz zu vielen Experten zukünftig höhere Fernsehhonorare und setzt dabei auf die Zugkraft der Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland.

HB/dpa MARBELLA/HANNOVER. "Wer die WM 2006 haben will, muss auch die Bundesliga kaufen. Es kann in der Bundesliga nur über mehr Geld geredet werden", erklärte Hoeneß am Donnerstag im Trainingslager des deutschen Rekordmeisters in Marbella.

Mit seinem Vorschlag setzt der Bayern-Manager die TV-Sender unter Druck. So steht zum Beispiel bei der ARD die WM im eigenen Land auf Platz eins der Prioritätenliste, das "Erste" ist aber nach eigenen offiziellen Aussagen nicht an der Bundesliga interessiert. Sowohl die WM-Rechte 2006 als auch die Bundesliga-Rechte liegen bei der Schweizer Firma Infront AG. Das Unternehmen, an dem Ex- Nationalspieler Günter Netzer beteiligt ist, hat der Deutschen Fußball-Liga (DFL) jeweils 290 Mill. ? für die laufende und nächste Bundesliga-Saison garantiert. Allerdings steht noch nicht fest, welcher Sender in der kommenden Spielzeit die Begegnungen überträgt.

Der bisherige Erstsender Sat.1, der 80 Mill. ? für die Free TV-Rechte zahlt, hat seine Option für die nächste Saison noch nicht gezogen. "Wenn Sat.1 die Bundesliga nicht haben will, dann sollen sie es sein lassen. Entweder sie zahlen mehr, oder sie kriegen sie nicht. Ich stelle mir 120 bis 150 Mill. ? pro Jahr vor", sagte Hoeneß. "Fußball ist ein Superprodukt und keine Ramschware, die man auf dem Jahrmarkt anbietet", fügte er hinzu.

Der Bayern-Manager übte außerdem heftige Kritik am Verhalten der DFL: "Ich verstehe das Herumeiern der DFL nicht. Sie lässt sich von den TV-Sendern vorführen." Der Dachverband hatte in den vergangenen Tagen zu verschiedenen Äußerungen über angebliche Modelle, Fristen, Summen und Ausstiegen geschwiegen. In Branchenkreisen wird vermutet, dass die Diskussion der TV-Sender zum üblichen Pokerspiel vor einem Vertragsabschluss gehört.

Fakt ist, dass Sat.1 Zeit bis März für Verhandlungen mit der Infront AG hat, um die Option für die Bundesliga-Übertragungen zu ziehen. Einigt man sich nicht, kann die Schweizer Firma die Rechte auch anderen Fernsehsendern anbieten und mit ihnen abschließen.

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