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02.01.2003

20:25 Uhr

Hoffnung auf gutes Börsenjahr 2003 gibt Auftrieb

Dax startet zum Jahresstart kräftig durch

Rege Käufe institutioneller Investoren, die auf ein erfolgreiches Börsenjahr 2003 hoffen, haben am ersten Handelstag des neuen Jahres zu einem wahren Kursfeuerwerk im Deutschen Aktienindex (Dax) geführt. Auch ein überraschend guter US-Einkaufsmanagerindex verlieh dem Dax Schubkraft, so dass er klar über die psychologisch wichtige Marke von 3000 Punkten sprang.

Reuters FRANKFURT. Deutschlands wichtigstes Börsenbarometer schloss 7,34 % höher bei 3 105 Punkten und entwickelte sich damit deutlich besser als die europäischen Märkte. 2002 hatte der Dax rund 44 % verloren und damit erstmals in der Geschichte der Bundesrepublik das dritte Jahr in Folge mit Einbußen beendet. "Nun hoffen viele, dass es endlich wieder nach oben geht", fasste ein Aktienhändler den Optimismus der Akteure zum Jahresbeginn zusammen. "Außerdem ist der Januar oft ein guter Börsenmonat, weil sich die Leute neu positionieren und Käufe überwiegen."

Im Mittelpunkt des Handels standen unter anderen die Aktien von Thyssen-Krupp und Siemens, die zusammen die Magnetschwebebahn Transrapid bauen. Börsianer hoffen auf weitere Aufträge in China. Übernahmespekulationen ließen indes die Aktien von Buderus stark steigen, nachdem Deutschlands größter Autozulieferer Robert Bosch seinen Anteil am Heiztechnikspezialisten aufgestockt hatte.

Händler: Steigende Aktienkurse nicht über bewerten

Die Marktteilnehmer warnten jedoch davor, die Kursaufschläge der Aktien überzubewerten. Die Umsätze der Dax-Aktien summierten sich lediglich auf rund drei Viertel des normalen Geschäfts. Neuen Schwung an der Börse und damit auch eine aussagekräftigere Markttendenz erhoffen sich die Akteure von nächster Woche an, wenn der Urlaub für viele Börsianer endet.

Neben dem Dax schloss auch der Nebenwerte-Index MDax 2,84 % höher bei 3 110 Punkten. Am Neuen Markt stieg der Auswahlindex Nemax 50 um 6,54 % auf 379 Zähler.

In den USA tendierten die Märkte ebenfalls stärker. Der Dow-Jones-Index für die Standardwerte legte bis zum Handelsschluss in Frankfurt 2,6 % und die Technologiebörse Nasdaq um knapp drei Prozent zu. Händler begründeten den Zuwachs mit dem deutlichen Anstieg des US-Einkaufmanagerindexes, der im Dezember auf 54,7 (November 49,2) Punkte stieg und die Erwartungen der Experten klar übertreffen konnte.

Die Angst der Anleger vor einem Irak-Krieg spielte nach Angaben von Händlern am Donnerstag indes nur eine untergeordnete Rolle. Zumindest ein kurzer Krieg sei weitgehend eingepreist, hieß es. Allerdings führten Händler das Plus der Staatsanleihen auf einen drohenden US-Militärschlag gegen den Irak zurück. Der Bund-Future stieg zeitweise auf ein Kontrakthoch von 113,75 Punkten. In Krisenzeiten gelten festverzinsliche Papiere als sichere Geldanlage.

Technische Reaktionen vieler Dax-Werte

Im Frankfurter Aktienhandel legten besonders die Titel zu, die 2002 noch zu den größten Kursverlierern gezählt hatten. So zogen MLP-Scheine um 16 % auf 10,91 ? an. 2002 mussten die Aktionäre zusehen, wie fast neun Zehntel des MLP-Börsenwertes verloren gingen. Auch die Titel der Commerzbank erholten sich um zehn Prozent auf 8,20 ?. Überdurchschnittlich gefragt waren auch die Anteilsscheine der Dax-Schwergewichte Eon, Deutsche Bank und Allianz, die sich jeweils um rund 9 % verteuerten.

Die beiden am Transrapid beteiligten Firmen Siemens und Thyssen-Krupp verzeichneten Kurszuwächse von mehr als 9 beziehungsweise rund 5,5 %. Der geplante Ausbau der Transrapid-Strecke in China wirke sich positiv aus, hieß es. Analysten sagten jedoch, der Transrapid-Bau sei für beide Konzerne nicht von herausragender wirtschaftlicher Bedeutung.

Buderus-Aktien beflügelt

Im MDax kletterten die Papiere von Buderus um neun Prozent auf fast 24 ?, nachdem Bosch seinen Anteil auf mehr als 13 % aufgestockt hatte. Börsianer spekulierten darauf, dass sich nun auch der Hauptaktionär Bilfinger Berger mittelfristig von seinem rund 30-prozentigen Buderus-Anteil trennen werde. Bilfinger-Aktien legten deswegen um 15 % auf 16,50 ? zu. "Die Spekulationen, dass Bosch an weiteren Anteilen interessiert sein könnte, sind berechtigt", sagte der Helaba-Analyst Erhard Schmitt. Buderus werde weitgehend als solide Anlage gesehen und passe zur Strategie Boschs, die Abhängigkeit vom zyklischen Autogeschäft zu reduzieren.

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