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17.01.2001

22:25 Uhr

Hoffnung auf weitere Zinssenkung

Wall Street schließt uneinheitlich

Während der Dow Jones nach anfänglichen Gewinnen ins Minus rutschte, erwiesen sich nach den positiven Intel-Zahlen die Technologietitel an der Nasdaq als Zugpferde. Die Computerbörse schloss im Plus.

dpa-afx/rtr NEW YORK. Die amerikanischen Aktienmärkte an der Wall Street haben den Handel am Mittwoch uneinheitlich beendet. Während der Standardwerte-Index Dow Jones nach anfänglichen Gewinnen ins Minus abrutschte und bis Handelsschluss 0,64% auf 10 584,34 Punkte verlor, verzeichnete der marktbreitere S&P-500-Index einen Zuwachs von 0,21% auf 1 329,48 Punkte. Der alle Werte der Computerbörse Nasdaq umfassende Composite-Index gab einen Großteil seiner frühen Gewinne wieder ab, stieg aber letztlich um 2,45% auf 2 682,77 Zähler. Das Kursbarometer schwankte im Tagesverlauf zwischen einem Höchststand von 2 756,63 Zählern und einem Tief von 2 668,48 Punkten. Der Blue-Chip-Index Nasdaq-100 legte 3,56% auf 2 558,67 Punkte zu.

Die Technologieaktien übernahmen nach Einschätzung von Händlern die Rolle des Zugpferds. Nach den Quartalszahlen des Chip-Herstellers Intel setze sich langsam die Überzeugung an der Börse durch, dass bei weiteren Zinssenkungen die Schwäche der US-Konjunktur nur vorrübergehend sei und im zweiten Halbjahr 2001 überwunden werden könnte. Nach den schweren Kursverlusten im vergangen Jahr seien daher die Technologieaktien auf einem attraktiven Preisniveau und hätten ein starkes Aufwärtspotenzial.

Laut Marktteilnehmern wurden außerdem die neusten US-Wirtschaftsdaten, die auf eine Verlangsamung des Wirtschaftswachstums hindeuten, positiv aufgenommen. Die Hoffnung auf weitere Zinssenkungen der Fed habe damit zugenommen, hieß es am Markt.



Zu den Gewinnern an der Nasdaq gehörten unter anderem der Halbleiter- und der Internet-Sektor. Die Aktien des Netzwerkkonzerns Juniper Networks kletterten 6,54 % auf 136-3/8 $, nachdem das Unternehmen zuvor über den Erwartungen liegende Gewinnzahlen für das vierte Quartal veröffentlicht und außerdem die Gewinnprognose für das laufende Jahr erhöht hatte. Die Papiere des Chipzubehör Novellus Systems-Herstellers legten 14,52 % auf 44-3/8 $ zu. Die Aktien des Computerchip-Herstellers Intel verschlechterten sich nach der Bekanntgabe gesunkener Unternehmensgewinne 2,79 % auf 30-1/2 $. Händlern zufolge war diese Nachricht bereits von den Märkten vorweggenommen worden. Die Titel des Konkurrenten Applied Microsystems schlossen indessen 14,12 % höher auf 80-3/8 $.

Die freundliche Tendenz der Wachstumswerte habe aber auch zur Folge gehabt, dass am Mittoch die "klassischen" Industrietitel verkauft wurden. Im Rahmen dieser Rotationsbewegung sei der Dow Jones ins Minus gedreht, weil der Index als Komponenten weit mehr Industrie- als Wachstumspapiere habe.

Die Papiere des frisch fusionierten Bankhauses J.P. Morgan Chase verloren 0,35% auf 53 $. Das Unternehmen verfehlte die Prognosen von First Call im vierten Quartal deutlich. Statt erwarteten 45 Cent wurden nur 37 Cent je Aktie als Gewinn erwirtschaftet. Schwächen im Privatkundengeschäft und im Investment-Banking hätten das Ergebnis belastet.

Eastman Kodak stiegen um 1,36% auf 41,88 $. Mit einem Gewinn vor Sonderposten von 68 Cent je Aktie entsprach das Unternehmen den im Dezember revidierten Experten-Prognosen. General Motors erwirtschaftete im vierten Quartal einen operativen Gewinn je Aktie von 1,15 $. First Call war zuvor von 1,12 $ ausgegangen. Die Dividendenpapiere des weltgrößten Autobauers fielen um 1,57% auf 54,88 $.

Boeing übertraf hingegen mit einem Ergebnis je Aktie von 1,01 $ die Marktschätzungen deutlich. Von First Call befragte Analysten hatten durchschnittlich einen Gewinn von 91 Cent erwartet. Der Flugzeugbauer bestätigte den zuvor gemachten Ausblick für das Jahr 2001 und erwartet im Jahr 2002 einen Umsatz von mehr als 62 Mrd. $. Die Aktien verbilligten sich dennoch um 3,69% auf 58,75 $ an.

3M (Minnesota Mining & Manufacturing) büßten 3,08% auf 110 $ ein. Das Unternehmen hatte am Dienstag seine Quartalszahlen vorgelegt. Der Gewinn je Aktie von 1,12 $ verfehlte die Analysten-Erwartungen um deutliche 8 Cent. Der Industrie-Misch-Konzern gaben als Grund für die Ergebnisverfehlung eine "signifikante Abschwächung der US-Wirtschaft" und den starken $ an.

Delphi Automotive Systems gaben 4,26% auf 14,06 $ ab. Der Automobilteile-Zulieferer übertraf im vierten Quartal mit einem Gewinn je Aktie von 36 Cent die von First Call ermittelte durchschnittliche Analystenschätzung um 4 Cent. Das Netto-Ergebnis fiel gegenüber der entsprechenden Vorjahresperiode allerdings von 269 Mill. $ auf 200 Mill. $.

Am US-Anleihenmarkt notierten die richtungweisenden 30-jährigen Bonds 6/32 höher und erbrachten eine Rendite von 5,522 %.

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