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29.01.2001

22:13 Uhr

Hoffnung auf Zinssenkung der Fed belebt US-Börsen

Wall Street: Cisco-Warnung kann Nasdaq nicht stoppen

Die Hoffnung auf eine Zinssenkung der US-Notenbank hat am Montag die US-Börsen beflügelt. Der Dow Jones Index gewann 0,4 Prozent und schloss nahe dem Tageshoch mit 10 702,19 Punkten, während der Nasdaq um 2,04 Prozent auf 2 838,02 Zähler zulegte.

seb DÜSSELDORF. Der größte Internetausrüster der Welt, Cisco Systems, hat am Montag Kursverluste hinnehmen müssen. Auslöser war der Kommentar von Cisco-Chef John Chambers auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos, dass das "Geschäft im Januar ein klein bisschen schlechter" gewesen sei. Die Aktie an der US-Technologiebörse Nasdaq verbilligte sich zwischenzeitlich um über 8 % und setzte vorübergehend die gesamte Computerbranche unter Druck. Im Handelsverlauf erholte sich die Aktie aber von ihren Tiefständen und schloss mit einem Minus von 2,8 %.

Der Nasdaq-Index kletterte nach einem anfänglichen Dämpfer durch das Börsenschwergewicht Cisco ins Plus und schloss 2,04 % höher bei 2 838,02 Zählern. Der Dow Jones Industrial, der Index der 30 wichtigsten Industriewerte, stieg um 0,4 % auf 10 702,19 und der breiter gefasste Standard & Poor?s-500-Index um 0,7 % auf 1 364,12 Punkte. Insgesamt wechselten 828 Millionen Aktien ihren Besitzer. Dabei standen sich 1 886 Gewinner und 1 232 Verlierer gegenüber.

Lehman Brothers hat das 12-Monats-Kursziel von Cisco in Folge der schlechten Nachricht von 47 auf 45 $ pro Aktie reduziert sowie seine Gewinnerwartungen nach unten revidiert. "Cisco war bisher immer der Leithammel", erklärte David Straus von Johnston Lemon Asset Management. "Und wenn die jetzt Probleme haben, was bedeutet das dann für die Branche?"

Die Branche jedoch entwickelte sich nach Startproblemen prächtig. Grund: Die Investoren glauben, die US-Notenbank werde bei der morgen beginnenden Sitzung die Zinsen senken, um so die Wirtschaft zu beleben. "Das ist eine gute Zeit, um Geld in den Markt zu investieren", sagte Guy Truicko von Unity Management. Intel und Nortel verteuerten sich um über 3 %, und Dell sogar um 7 %. Auch Hewlett-Packard profitierten von dem allgemeinen Zinsoptimismus an der Börse: Sie verbesserten sich um über 9 %.

Daimler-Chrysler standen dagegen in New York unter Druck: Der Automobilkonzern hatte angekündigt, 26 000 Arbeitsplätze bei Chrysler zu kürzen. Das entspricht 20 % der dort Beschäftigten. Die Aktie sackte daraufhin um 2 % ins Minus. AT & T konnte nach anfängliche Verlusten auf ein Plus von 2 % verweisen. Der US-Telefonriese hatte die jüngsten Quartalszahlen vorgelegt, die den Erwartungen der Analysten entsprachen.

An der Wall-Street gab es gestern zudem eine Premiere der besonderen Art: Die US-Börse führte das europäische Dezimalsystem ein. Damit wird in New York von nun an in Dollar und Cent und nicht mehr in Dollarfraktionen (Brüchen) gerechnet. Eine Ausnahme bleibt vorerst die Technologiebörse Nasdaq.

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