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26.01.2003

18:52 Uhr

Hohe Forderungen

Bahn steht vor harter Tarifrunde

Die Eisenbahnergewerkschaft Transnet fordert fünf bis sechs Prozent mehr Lohn. Die Deutsche Bahn lehnt dies entschieden ab.

dpa BERLIN. Die Eisenbahner-Gewerkschaft Transnet will in der anstehenden Tarifrunde zwischen fünf und sechs Prozent mehr Geld fordern, die Bahn lehnt dies klar ab. "Ich wüsste nicht, wo wir die sechs Prozent hernehmen sollen", sagte Bahn-Personalvorstand Norbert Bensel dem "Tagesspiegel am Sonntag". Er nannte keine konkrete Größenordnung für ein Angebot des Konzerns. Im Falle eines hohen Abschlusses werde der Druck auf das Personal zunehmen, warnte Bensel zugleich.

Der Personalvorstand betonte, auch der jüngste Abschluss für die Beschäftigten im öffentlichen Dienst von 2,4 % sei kein Vorbild für den Konzern. "Schließlich ist die Bahn in einer Sanierungsphase."

Transnet-Chef Norbert Hansen sagte der "Berliner Zeitung" vom Samstag, er werde der Tarifkommission eine Forderung zwischen fünf und sechs Prozent für die Tarifrunde am Mittwoch empfehlen. Die Produktivität der Beschäftigten der Bahn seit 1994 um 180 % gestiegen, argumentierte er. Deshalb sei es jetzt an der Zeit, diese enormen Leistungen auch mit entsprechenden Einkommenssteigerungen zu würdigen.

Nach Hansens Worten könnte die bevorstehende Runde "die bisher härteste bei der Bahn überhaupt werden". Er warf dem Bahn-Management vor, den Tarifvertrag unterlaufen zu wollen. Hansen warnte die Bahn davor, für das Fahrpersonal Bahn einen eigenständigen Tarifvertrag abschließen zu wollen. Diese mögliche Spaltung der Beschäftigten würde der Betriebskultur schaden.

Bei den Verhandlungen soll es auch um die regionalen Ergänzungstarifverträge gehen, die im vergangenen Dezember zunächst nicht zu Stande gekommen waren. Bei Ausschreibungen im Schienennahverkehr beklagt die Bahn einen Kostennachteil von etwa 20 % gegenüber ihren Konkurrenten und will die Personalausgaben senken. Bensel erneuerte die Drohung, für den Regionalverkehr neue Gesellschaften mit anderen Tarifverträgen zu Gründen. Er rechne aber fest mit einer Einigung. Hansen betonte, aus Sicht der Gewerkschaft sollten die Löhne und Gehälter bei den Konkurrenzunternehmen schrittweise an das Niveau der Bahn angepasst werden und nicht umgekehrt.

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