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20.01.2003

12:51 Uhr

Hohe Sozialabgaben kompensieren Vorteil

Deutschland mit niedrigster Steuerquote in Europa

Die Deutschen müssen nach Berechnungen des Finanzministeriums im Vergleich zu Bürgern anderer europäischer Staaten zwar wenig Steuern, aber hohe Sozialabgaben zahlen. Unter Einbeziehung der Abgaben für die Renten-, Arbeitslosen- und Gesundheitsversicherung habe die Belastung für die Bürger und Unternehmen in Deutschland im Jahr 2001 im europäischen Mittelfeld gelegen, teilte das Ministerium am Montag in Berlin mit.

Reuters BERLIN. Die Steuer- und Abgabenquote habe 36,4 % betragen. Dieser Wert werde von Spanien, Portugal, der Schweiz und Irland unterschritten. Großbritannien (37,4 %), Italien (41,8 %) und Frankreich (45,4 %) lägen indes darüber. Die Bürger in den USA (29,6 %) und in Japan (27,1 %) mussten nach den Berechnungen jedoch deutlich weniger Steuern und Abgaben bezahlen als die Deutschen.

Die Steuerlast alleine ist den Angaben zufolge in Deutschland mit 21,7 % vergleichsweise gering. Lediglich Japan verlange mit 17,2 % weniger Steuern von seinen Bürgern. Die Steuerquote der USA habe im Jahr 2000 mit 22,7 % über der deutschen aus dem Jahr 2001 gelegen. Das Finanzministerium wies auf die für 2004 und 2005 geplanten Senkungen im Rahmen der Steuerreform hin. Verschlechtert wird die Bilanz jedoch durch die im von der Regierung vorgeschlagenen Steuervergünstigungsabbaugesetz.

Finanzminister Hans Eichel (SPD) sagte der "Süddeutschen Zeitung", die Wahrnehmung Deutschlands als Hochsteuerland beruhe im wesentlichen auf den Sozialversicherungsbeiträgen. "Die zentrale Aufgabe der deutschen Politik muss in der laufenden Legislaturperiode in der Reform der sozialen Sicherungssysteme bestehen." Eichel wandte sich dabei aber gegen Pläne, Senkungen bei den Sozialabgaben durch Steuergelder zu finanzieren.

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