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27.01.2003

17:38 Uhr

„Hohe Unsicherheit“

Euro steigt nach Berg- und Talfahrt

Der Kurs des Euro ist am Montag nach heftigen Kursausschlägen gestiegen. Der drohende Krieg im Irak habe zu hoher Unsicherheit geführt, sagten Devisenexperten.

HB/dpa FRANKFURT/MAIN. Die europäische Gemeinschaftswährung war im Mittagshandel in einem sehr nervösen Handel zunächst über die Marke von 1,09 Dollar gestiegen, hatte danach aber wieder deutlich abgegeben bis unter die Marke von 1,08 Dollar abgegeben. Bis zum späten Nachmittag erholte sich die Europäische Gemeinschaftswährung wieder und stieg bis auf 1,0831 Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs am Montag zuvor bei 1,0870 (Freitag: 1,0784) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,9200 (0,9273) Euro.

"Die anhaltende Unsicherheit auf Grund eines drohenden Irakkriegs hat zu den starken Ausschlägen geführt", sagte Folker Hellmeyer Chefanalyst bei der Bremer Landesbank. Der zwischenzeitliche Rückgang sei eine technische Reaktion auf die vorherigen Kursgewinne gewesen. Er erwarte aber weiterhin einen steigenden Euro-Kurs.

Devisenexperten erwarten in der laufenden Woche einen anhaltenden Druck auf den Dollar und schließen auch ein Überschreiten der Marke von 1,10 Dollar nicht aus. Zuletzt hatte der Euro im März 1999 auf einem so hohen Niveau notiert.

Die geopolitische Unsicherheit laste weiter auf dem Dollar, sagte Alexandra Bechtel von der Commerzbank. Die Aussagen von US- Außenminister Colin Powell vor der der Veröffentlichung des UN - Waffenberichts deuteten auf einen Irakkrieg hin. "Die Nervosität am Devisenmarkt ist sehr hoch", sagte Bechtel. Ein Kursanstieg bis auf 1,12 Dollar sei möglich.

Das nächste mit Spannung erwartete Ereignis sei die Rede von US- Präsident an die Nation am Dienstag, sagte Bechtel. Erst bei einer wie auch immer gearteten Lösung des Konfliktes sei mit einer Erholung des Dollar zu rechnen. Konjunkturdaten spielten im aktuellen Umfeld kaum eine Rolle.

Der Euro werde bald "die Marke von 1,10 Dollar testen, aber auch bei anhaltenden Kriegsängsten nicht über 1,15 Dollar steigen", sagte der Chefvolkswirt der britischen Bank Barcalys Capital, Thorsten Polleit. "Der momentane Höhenflug des Euro stelle ein gesundes Maß an Übertreibung dar - eine für Krisenphasen symptomatische Entwicklung."

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,6647 (0,6606) britische Pfund, 127,92 (127,40) japanische Yen und 1,4673 (1,4666) Schweizer Franken fest.

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