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10.01.2002

19:00 Uhr

Hohen Preis erzielt

Degussa verkauft Gelatine-Geschäft

Die Degussa AG hat ihr Gelatine-Geschäft an die niederländische Sobel N.V., Best/Eindhoven, verkauft. Den Kaufpreis bezifferte der Düsseldorfer Spezialchemiehersteller auf 265 Mill. Euro. Der Verkauf soll bis Mitte Februar abgeschlossen sein. Er muss noch von den Kartellbehörden genehmigt werden.

agr DÜSSELDORF. Degussa erzielte im Gelatine-Geschäft mit 1485 Mitarbeitern einen Umsatz von 250 Mill. Euro. Der Konzern produziert rund 18 % des weltweiten Gelatinevolumens. Gelatine findet in der Photo- und Pharmaindustrie sowie in der Lebensmittelindustrie Anwendung. Analyst Klaus Kis von Merck, Finck & Co. bezeichnete den Kaufpreis als sehr fair, da es sich um traditionelle Produkte mit relativ geringen Wachstumsmöglichkeiten handele.

Die Tochtergesellschaft des Energiekonzerns Eon setzt mit dem Verkauf die Fokussierung auf die Spezialchemie fort, die sie seit der Fusion von Degussa-Hüls und SKW Trostberg im Februar 2001 vorantreibt. Gelatine sei ein gutes, aber reifes Geschäft mit relativ niedrigen Wachstumsraten, das nicht mehr dem strategischen Profil der Degussa entspreche, kommentierte Vorstandschef Utz-Hellmuth Felcht den Verkauf.

Das Gelatine-Geschäft sei unter der Führung von Sobel besser aufgehoben, da es dort zum Kerngeschäft zähle. Sobel steigt mit dem Kauf zu einem der führenden Unternehmen im Gelatine-Markt auf. Die Niederländer erzielen bei einem Umsatz von 544 Mill. Euro mit 3200 Mitarbeitern ein operatives Ergebnis (Ebit) von 38 Mill. Euro.

Bislang hat Degussa 76 % des Umsatzes veräußerte, den der Konzern abgeben will, darunter die Phenolchemie und die Edelmetall-Tochtergesellschaft Dmc2. Bis Ende des Jahres soll das Desinvestitionsprogramm abgeschlossen sein. Zum Verkauf stehen neben der Degussa Bank noch der Bereich Health Products der Asta Medica, die Metallchemie oder der Stickstoffhersteller SKW Piesteritz. Nach Auffassung von Marktbeobachtern steht damit einem Verkauf des Eon-Anteils an der Degussa nichts mehr im Wege.

Die Erlöse aus sämtlichen Verkäufen betragen bisher 3 Mrd. Euro. Die Mittel werden zur Stärkung des Kerngeschäfts und zur Senkung der Nettoverschuldung auf aktuell unter 3 Mrd. Euro eingesetzt, sagte eine Sprecherin. Dass Degussa zu den Bietern für den zum Bayer-Konzern gehörenden Aromahersteller Haarmann & Reimer gehöre, wollte sie hingegen nicht bestätigen. Degussa hatte kürzlich Interesse an dem Unternehmen signalisiert.

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