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01.02.2001

12:02 Uhr

Hoher Gewinnrückgang im 4. Quartal

Dämpfer für die Deutsche Bank

Die Deutsche Bank legte ein Rekordergebnis vor - dennoch brach der Kurs der Aktie ein. Ursachen waren das im Vergleich zum Vorquartal schlechtere vierte Quartal und hohe Verwaltungskosten.

po/nw FRANKFURT/M. Die Börse reagierte auf die vorläufigen Zahlen der Deutschen Bank für das Jahr 2000 mit kräftigen Kursabschlägen. Trotz eines Rekordergebnisses war die Aktie des Frankfurter Branchenprimus mit zeitweise über 7 % minus Tagesverlierer im Dax. An den Vortagen hatte sich der Aktienkurs noch um das Allzeithoch von 105 Euro bewegt.

Deutsche Bank AG- Intraday-Chart

"Das ist für solch ein Index-Schwergewicht schon ungewöhnlich. Die Enttäuschung der Anleger über die Zahlen ist groß", sagten Händler und Analysten. In einem ruhigen Marktumfeld wurden bei der Deutschen Bank ungewöhnlich hohe Umsätze verzeichnet.

Vor allem das vierte Quartal verlief für die Deutsche Bank nicht reibungslos. Das Vorsteuerergebnis sank um rund 20 % gegenüber dem entsprechenden Vorquartalswert. Die Verwaltungsaufwendungen stiegen dagegen um 20 %. Diese Steigerung war allerdings durch Sonderfaktoren wie Investitionen für E-Commerce-Projekte und Sonderabschreibungen auf Software beeinflusst.

Vorstandssprecher Rolf-E. Breuer zeigte sich mit dem vierten Quartal und dem abgelaufenen Geschäftsjahr indes sehr zufrieden. Er betonte, dass das vierte Quartal genauso gut gelaufen sei wie das dritte. Der Beitrag zum Jahresüberschuss liege mit 581 Mill. Euro nur gering unter dem vom Ende des dritten Quartals mit 591 Mill. Euro. In dem sehr schwierigen Marktumfeld sei dies ein Erfolg. Das liege vor allem an der stärkeren Ausrichtung der führenden deutschen Finanzgruppe auf Handelsaktivitäten statt auf das Beratungsgeschäft.

Über das ganze Jahr gesehen, hat die Deutsche Bank ein Rekordergebnis erzielt. Der Jahresüberschuss hat sich auf 4,95 Mrd. Euro verdoppelt. Das Ergebnis vor Steuern stieg um 75% auf 6,73 Mrd. Euro. Die Risikovorsorge wurde deutlich zurückgefahren. Die Eigenkapitalrendite vor Steuern übertraf mit 32,4 % die Erwartungen.

Der Bereich Investmentbanking war mit einem Ergebnisbeitrag von 60 % der Wachstumsmotor. Dies werde nicht so bleiben, kündigte Breuer an. In Zukunft werde das Wachstum von der Vermögensverwaltung und dem gehobenen Privatkundengeschäft getragen. Die neue Konzernstruktur fasst beide Segmente mit dem Bereich Privatkunden zum Geschäftsfeld "Private Kunden und Vermögensverwaltung" zusammen. Daneben werden Investmentbanking und Firmenkundengeschäft in der zweiten Säule gebündelt. Durch die neue Struktur will die Deutsche Bank rund 1,5 Mrd. Euro einsparen. Die Zweiteilung wird bis 2003 rund 2 600 von derzeit 89 000 Arbeitsplätzen kosten.

In den Jahren 2001 bis 2003 soll die durchschnittliche Eigenkapitalrendite nach Steuern über 15 % liegen. Das Wachstum des Gewinns je Aktie soll im selben Zeitraum ebenfalls über 15 % im Durchschnitt liegen. "Damit haben wir die Latte gewaltig hoch gelegt", meinte Vorstandssprecher Breuer.

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