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12.02.2001

17:24 Uhr

HSBC rechnet mit drei Mrd. DM Überschuss

Allianz wegen Steuerreform vor Rekordgewinn 2000

Die Allianz AG hat nach der Einschätzung von Analysten im vergangenen Jahr erheblich von der Unternehmenssteuerreform profitiert und wird am Mittwoch einen Rekordgewinn bekannt geben.

Reuters MÜNCHEN. Die Allianz AG hat nach der Einschätzung von Analysten im vergangenen Jahr erheblich von der Unternehmenssteuerreform profitiert und wird am Mittwoch einen Rekordgewinn bekannt geben. Die Investmentbank HSBC schätzt den positiven Effekt der Steuerreform bei der Allianz auf bis zu eine Milliarde Euro, was den Jahresüberschuss des Versicherungsriesen auf über drei Mrd. Euro heben würde. Ohne die Steuereffekte rechnen Experten nach einer Umfrage von Barra Research durchschnittlich mit einem Gewinn nach Steuern von 2,26 Mrd. Euro, was einem Plus von 13 % gegenüber dem Vorjahr entspräche. Vor allem bei der Schaden-Sparte habe sich die Situation wegen der ausgebliebenen Winterstürme im letzten Jahr entspannt, hieß es.

Die Allianz, nach Umsätzen der zweitgrößte Versicherer der Welt hinter dem französischen Axa-Konzern, rechnet früheren Aussagen zufolge für 2000 mit einem Wachstum beim Jahresüberschuss von zehn Prozent auf rund 2,2 Mrd. Euro. Auch bei den Beitragseinnahmen sind die Analysten optimistischer als der Versicherer selbst. Sie halten ein Wachstum von bis zu acht Prozent auf gut 58 Mrd. Euro für möglich, während die Allianz in der Vergangenheit ein Plus von vier Prozent auf 56 Mrd. Euro prognostiziert hat. "Das wird die Allianz wohl übertreffen, nachdem sich das starke Wachstum bei Leben und Nicht-Leben im vierten Quartal fortgesetzt hat", heißt es bei der HSBC.

Im Neugeschäft mit Lebensversicherungen wird die Allianz den Experten zufolge im Jahr 2000 wie andere Versicherer auch Einbußen gegenüber dem Vorjahr hinnehmen müssen. 1999 hatte die Diskussion über eine mögliche baldige Besteuerung von Lebensversicherungen zu einem Boom bei den Neuabschlüssen geführt. Im Bereich Schaden rechnen die Analysten mit Entspannung. "Die Winterstürme, die der Allianz in diesem Bereich in den letzten Tagen 1999 das Ergebnis verhagelt haben, sind im vergangenen Jahr ja ausgeblieben", sagte M.M.Warburg-Analyst Ralph Dibbern. Allerdings seien die Kosten der Überschwemmungen in England im Herbst 2000 noch nicht ganz abzusehen, sagte ein anderer Analyst. Bei den Kfz-Versicherungen habe sich der Preiskampf und damit der Margendruck verringert, hieß es.

Konkurrent Axa veröffentlichte am Montag einen um 20,3 % auf gut 80 Mrd. Euro gestiegenen Umsatz, in dem allerdings Finanzdienstleistungen enthalten sind, die die Allianz nicht anbietet.

Die Allianz wird den Erwartungen zufolge am Mittwoch auch einen Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr geben. Analysten sehen die Hauptimpulse für das Geschäft vor allem in den Plänen der Bundesregierung, den Verkauf von Unternehmensbeteiligungen ab 2002 nicht mehr zu besteuern, und der geplanten Rentenreform. "Die Erträge sollten sich bis 2002 mehr als verdoppeln", hieß es in einem Kommentar von BNP Paribas. Die Allianz-Aktie empfiehlt die Bank zum Verkauf. "Es sieht so aus, als ob Allianz eine Wende in der operativen Profitabilität mit deutlich niedrigeren Steuerbelastungen und der Fantasie über zukünftige Investitionen kombinieren könnte".

Am Montagmittag notierten die Allianz-Aktien in einem allgemein freundlichen Marktumfeld um knapp ein Prozent im Plus bei 373,75 Euro.

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