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08.01.2002

14:19 Uhr

Hunderte Touristen übernachten erneut in Notunterkünften

Feuerwand bedroht australische Südküste

Eine gigantische Feuerwand von 45 Kilometern Breite hat am Dienstag weitere Ortschaften an der Südküste Australiens bedroht. Im Kampf gegen das Inferno in der Region Shoalhaven im Bundesstaat New South Wales setzte die Feuerwehr nach Angaben eines Sprechers auch drei Löschhubschrauber ein, die jeweils 9000 Liter Wasser fassen.

Foto: ap Quelle: Handelsblatt

Foto: ap

afp SYDNEY. Die Brände würden vermutlich noch mehrere Tage andauern, sagte Cameron Wade weiter. Zudem drohen die angekündigten starken Winde und niedrige Luftfeuchtigkeit die Feuer weiter anzufachen. Hunderte Touristen mussten erneut in Notunterkünften übernachten.

"So etwas habe ich noch nie gesehen. Es war unglaublich", sagte ein Feuerwehrmann, der schilderte, wie sich die Feuerwand zwischen dem Morton-Nationalpark und einem Waldgebiet in der Nacht ausweitete. Die Löschhubschrauber flogen teilweise durch derart dichte Rauchschwaden, dass die Piloten nichts mehr sehen konnten. Die Feuerwehr versuchte mit kontrollierten Bränden, das Feuer in Schach zu halten und bedrohte Häuser zu schützen. "Das wird wieder ein harter Tag", sagte Feuerwehrsprecher John Winter. Meteorologen sagten für den Abend und Mittwoch Winde mit 60 Kilometern in der Stunde voraus.

Mehrere Touristendörfer waren durch das Feuer von der Umwelt abgeschnitten. Die Brände drohten unter anderem auf die Ortschaften Cudmirrah und Berrara überzugreifen. Das Feriendorf Fisherman's Paradise, von dem die lodernden Flammen nur noch etwa einen Kilometer entfernt waren, blieb geschlossen. Hunderte Urlauber mussten eine weitere Nacht auf einem nahegelegenen Campingplatz verbringen. In anderen Ortschaften durften rund 2000 Urlauber in ihre Ferienunterkünfte zurückkehren. Die Feuerwehr warnte jedoch vor der anhaltenden Gefahr durch die Brände. Viele Menschen hielten sich die ganze Nacht hindurch bereit, notfalls ihre Häuser kurzfristig wieder zu verlassen. Kritisch war die Lage auch weiterhin im Hunter-Gebiet nördlich von Sydney und im Deua National Park bei Eurobodalla im Süden von New South Wales.

Die australischen Bauern bezifferten ihre durch die vor zwei Wochen ausgebrochenen Brände verursachten Schäden auf mehrere Millionen Dollar. Nach Angaben des Bauernverbandes von New South Wales gingen rund 16 000 Hektar Ackerland in Flammen auf. Zahlreiche Tiere, neben Schafen und Rindern auch Koalas und Känguruhs, verendeten.

Am Montag hatte zwar lang ersehnter Regen die meisten Brände in den Blue Mountains westlich der Millionenmetropole Sydney gelöscht. Die Lage war dadurch aber nur vorübergehend und stellenweise entschärft worden. Die erschöpften Rettungstrupps in New South Wales wurden inzwischen von rund 7000 um die Hälfte auf 3500 verringert.

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