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27.01.2004

06:00 Uhr

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Hybride Chancen

VonThomas Knipp

Hybrid ist hip. Zumindest im Falle der japanischen Autobauer, die diese Technologie aggressiv vorantreiben - vor allem in Amerika.

Für die etablierte US-Autobranche war es ein Schock, als Toyota sich im August 2003 zum ersten Mal auf den Platz des drittgrößten Autoverkäufers in den USA - vor Chrysler - vorschob. Seither wird die Diskussion über die Wettbewerbsfähigkeit der US-Autobauer wieder mit hoher Intensität geführt. Doch gravierender als der jüngste Erfolg der Japaner ist ihr Vorsprung in der hybriden Antriebstechnik.

Das Know-how von Toyota, Honda & Co. beim kombinierten Strom/Sprit-Antrieb ist heute noch von geringer Wettbewerbsbedeutung. Doch mit Blick auf die kommenden zehn Jahre verbergen sich hier gewaltige Vorteile im Kampf um Kunden. Die japanischen Hersteller bieten zurzeit drei Modelle auf dem Markt an. Wichtiger aber ist, dass sie die Entwicklung der Technologie aggressiver vorantreiben als die Konkurrenz. Obwohl die amerikanischen Hersteller versprechen, rund zehn Modelle in den kommenden fünf Jahren an den Markt zu bringen, ist bei ihnen kein rechter Enthusiasmus für das Thema zu verspüren.

Das verwundert nicht. Den großen Herstellern fällt es schwer, in wirtschaftlich schwierigen Zeiten viel Geld in diese Technik zu investieren. Dazu gibt es angesichts der niedrigen Benzinpreise in den USA keinen Anreiz. Gleichwohl aber bleibt das künftige Potenzial für den Absatz von Fahrzeugen mit dieser Technologie hoch. Die US-Hersteller können sich nicht darauf verlassen, dass die Benzinsteuern in Amerika immer so niedrig sein werden wie heute. In Europa sind sie es ohnehin nicht. Mit ihrer Zurückhaltung gegenüber der Hybrid-Technologie verspielt Amerikas Autoindustrie echte Zukunftschancen.

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