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30.01.2001

00:00 Uhr

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I-Mode für Europa?

VonWolfgang Gillmann

Was wurde bei der Einführung von Wap für ein PR-Rummel veranstaltet. Internet-Surfen und Mobile-Commerce über das Handy sollte es werden. Doch erst kamen die Wap-Handys nicht auf den Markt, dann verdarb die umständliche Bedienung die Freude.

Für viele Dienste funktioniert der Seitenaufbau immer noch nicht. Umfragen haben ergeben, dass zwei Drittel der Besitzer von Wap-Handys den einst hoch gepriesenen Dienst nicht nutzen.

Nun gibt es in Japan von NNT-Docomo einen ähnlichen Dienst, genannt I-Mode, den viele als das Erfolgmodell der Zukunft ansehen. I-Mode hat in Japan in kurzer Zeit 14 Millionen Kunden gewonnen und ist vor allem bei der Jugend sehr beliebt. Über das Internet werden vor allem E-Mails versandt und empfangen, die Kommunikation steht eindeutig im Vordergrund. Transaktionen wie Handel oder Reservierungen werden kaum genutzt. Beliebt ist dagegen das Herunterladen von Klingeltönen, für das sogar Geld bezahlt wird.

Den Grund für den Erfolg sehen Beobachter wie die Berlecon Research aus Berlin vor allem in der paketweisen Übertragung und in der Abrechnung nach übertragenen Daten und nicht wie bei Wap nach der Zeit. Zudem sind die Gebühren sehr niedrig.

Trotzdem läßt sich der Erfolg von I-Mode nicht ohne weiteres nach Europa übertragen. Denn er beruht zum großen Teil darauf, dass es die in Deutschland so beliebten SMS in Japan nicht gibt. Diese Kurznachrichten werden in Japan über kurze E-Mails über I-Mode ausgetauscht. In Japan wurden für I-Mode spezielle Handys entwickelt, in Europa könnten die Anbieter von I-Mode dies nur schwer erreichen. I-Mode könnte aber eine Vorbildfunktion ausüben, wenn jetzt in Europa die GPRS-Technologie eingeführt wird. Hier ist eine paketbasierte Übertragung und auch Abrechnung nach Datennutzung geplant. Nur müssen die Dienste auch billig sein, um ein Massenpublikum zu erreichen. Erste Angaben der Anbieter lassen daran zweifeln. Und Internet-Surfen über das Handy dürfte auch mit I-Mode über GPRS eine Illusion bleiben, damit werden nur Enttäuschungen provoziert.

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