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18.01.2001

07:26 Uhr

IBM steht gutes Jahr bevor

Apple im Tal der Tränen

VonWALL STREET CORRESPONDENTS

Pessimismus ist die Basis einer Rally! Wenn alle schwarz sehen, ist ein Lichtblick schon Grund genug für eine Party. Dank der vielen Ertragswarnungen und deutlich gesunkenen Gewinnschätzungen, wirken sich unerwartet schlechte Quartalszahlen kaum noch aus. Investoren drücken selbst bei enttäuschenden Ergebnissen ein Auge zu.

NEW YORK. Ein Zeichen, dass die meisten Technologiewerte das Tal der Tränen erreicht haben. Dazu scheinen ebenfalls die Aktien von Apple Computer zu gehören. Nach Börsenschluss meldete der PC- Hersteller einen Verlust von 73 Cents pro Aktie für das erste Quartal. Trotz der vorhergehenden Warnung werden damit die Analystenschätzungen verfehlt. Diese rechneten mit einem Verlust von lediglich 65 Cents. Im Vergleich zum Vorjahr sackte der Umsatz von 2,3 Mrd.$ auf 1 Mrd.$ zusammen.

In der anschließenden Telefonkonferenz hatte das Management jedoch einiges Positives zu sagen. So konnten die Lagerbestände im Quartalsverlauf von elf auf 5 ½ Wochen abgebaut werden und haben nunmehr ein verträgliches Niveau erreicht. Das nun angebrochene Quartal werde den Tiefpunkt des Unternehmens darstellen. Der Weg zur Gewinnschwelle könne wieder angepeilt werden. Eine Umsatzprognose für das laufende Quartal wollte das Management nicht aussprechen. Der Konzern benötige jedoch mindestens einen Umsatz von 1,4 Mrd.$ um einen Gewinn ausweisen zu können. Apple hält an den bisherhigen Umsatzprognosen von 6 Mrd.$ für 2001 fest.

Wenn es in der PC Branche hakt, leidet auch die Chip Industrie. "Intels Verlauf des vierten Quartals und die enttäuschenden Prognosen für das erste Quartal spiegeln unsere Nachfrageprognosen des PC Marktes wieder", so Kevin McCarthy von der Credit Suisse. Nach Intel meldete nun auch der Konkurrent Advanced Micro einen kaum erfreulichen Quartalsverlauf. AMD konnte einen Gewinn von 53 Cents pro Aktie erwirtschaften und verfehlt damit die durchschnittlichen Erwartungen um 2 Cents. Eine wirkliche Überraschung ist die Enttäuschung aber nicht. Analysten wie Joe Osha von Merrill Lynch rechneten mit niedrigeren Gewinnen. "Da unsere Gewinnerwartungen von 52 Cents sehr konservativ sind, können die Ergebnisse trotz des schwierigen Umfelds kaum noch enttäuschen", meint Osha. Da AMD in den kommenden Quartalen Marktanteile von Intel abjagen dürfte, sei die Aktie weiterhin interessant.

Im Jahr 2000 konnte AMD den weltweiten Marktanteil im Bereich der PC Mikroprozessoren um 3% auf 17% ausweiten. Das Umsatzwachstum von AMD werde laut Management in diesem Jahr am oberen Ende der Erwartungen ausfallen. Ferner sei damit zu rechnen, dass der harte Preiskampf die Margen belasten werde. Insgesamt sei in diesem Jahr mit einem Gewinn von rund 2 $ pro Aktie zu rechnen. Die Aktie tendierte im nachbörslichen Handel freundlich. Der wirkliche Star des Tages bleibt unangefochten IBM . Big Blue ist anscheinend immer für eine Überraschung gut. Trotz der angespannten Lage konnte der Konzern einen Gewinn von 1,48$ pro Aktie melden und die Erwartungen um 2 bis 3 Cents schlagen. Das Umsatztum lag mit 6% exakt im Rahmen der Schätzungen. Der Umsatz im Hardwarebereich konnte dank der soliden Nachfrage für Großrechner um 10% gesteigert werden. Die wirklich gute Nachricht hat Vorstand Louis Gerstner in der anschließenden Telefonkonferenz auf Lager: "Die konjunkturelle Lage stellt ein Unsicherheitsfaktor dar. IBM steht aber erneut ein gutes Jahr bevor", teilte Gerstner den Analysten mit. Das Umsatzwachstum werde 2001 im oberen einstelligen Bereich ausfallen. Auch mit den Gewinnschätzungen des Marktes könne man leben.

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