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20.06.2000

21:09 Uhr

Ifo-Geschäftsklima im Westen erneut verbessert

Aufschwung in Deutschland hält an

Nach dem Ifo-Geschäftsklima für Mai ist zumindest in Westdeutschland vorerst nicht mit einem Nachlassen des Aufschwungs zu rechnen.

ari/HB DÜSSELDORF. Die Aussichten für eine Wachstumsbeschleunigung in Deutschland bleiben günstig. Nach dem Ifo-Geschäftsklima für Mai ist zumindest in Westdeutschland vorerst nicht mit einem Nachlassen des Aufschwungs zu rechnen. Außerdem will die Europäische Zentralbank (EZB) nach Angaben ihres Präsidenten Wim Duisenberg die Wachstumskräfte durch die Zinspolitik nicht behindern.

Die jüngste Leitzinserhöhung in der Euro-Zone werde Zinsspekulationen für eine "beträchtliche Zeit" entgegenwirken, sagte der EZB-Präsident gestern bei einer Anhörung vor dem Europäischen Parlament in Brüssel. Jedoch wisse er nicht, wie lange diese Periode anhalte. "Aber wir wollten Ruhe und Vorhersagbarkeit für die kommenden Monate", fügte Duisenberg hinzu.

Nach einer gestern veröffentlichten Prognose des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW) bleibt die Konjunktur in Deutschland und Europa auch im Jahr 2001 in Schwung. In den USA sei dagegen bei einer Abschwächung der Konjunktur eine "sanfte Landung" zu erwarten. Die Weltwirtschaft insgesamt werde einen Prozentpunkt langsamer wachsen als in diesem Jahr.

Während das IfW mit jeweils 2,7 % deutschem Wirtschaftswachstum für dieses und nächstes Jahr etwas hinter der Prognose des Frühjahrsgutachtens zurückbleibt, geht der Bundesverband der Volks- und Raiffeisenbanken für 2000 von rund 3 % Anstieg des realen Bruttoinlandsprodukts aus. Der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelstages (DIHT), Hans Peter Stihl, hält inzwischen sogar ein Plus von mehr als 3 % für möglich.

Ähnlich zuversichtlich hatte sich am Wochenende bereits Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt geäußert. Stihl schließt bei einer Fortsetzung des Aufschwungs außerdem nicht aus, dass die Arbeitslosenzahl bis zur Bundestagswahl im Herbst 2002 von derzeit 3,8 Millionen auf unter drei Millionen zurückgeht.

Die Stimmung in der westdeutschen gewerblichen Wirtschaft hat sich im Mai stärker verbessert, als Analysten erwartet hatten. Der Saldo der Anteile der positiven und negativen Meldungen im Ifo-Geschäftsklima stieg von 7,6 auf 9,3 Prozentpunkte (Grafik). Dabei wurden sowohl die aktuelle Lage als auch die Geschäftsaussichten in den nächsten sechs Monaten besser bewertet. In Ostdeutschland wurde die Zukunft hingegen wieder wesentlich pessimistischer beurteilt. Dies ließ den Saldo des Ifo-Geschäftsklimas im Osten von-4,9 auf-8,0 Prozentpunkte fallen, was etwa dem Niveau von März entspricht.

Das Handelsbilanzdefizit der USA ging unterdessen im Monatsvergleich leicht zurück. Es betrug im April 30,4 Mrd. $ gegenüber 30,6 Mrd. $ im März, wie das Handelsministerium in Washington gestern mitteilte. Als Hauptursache wurden niedrigere Ölpreise im Berichtszeitraum genannt. Im Vergleich der ersten vier Monate dieses und des vorigen Jahres stieg das Defizit dagegen.

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