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30.06.2000

10:01 Uhr

Im April noch 4,8 Prozent

Japan: Arbeitslosenquote sinkt auf 4,6 %

Die japanische Arbeitslosenquote ist im Mai 2000 gegenüber dem Vormonat von 4,8 % auf 4,6 % gesunken. Dies teilte die Management and Coordination Agency am Freitag in Tokio mit.

dpa-afx TOKIO. Die Zahl der Erwerbssuchenden verringerte sich im Jahresvergleich um 60.000 auf 3,28 Mill., hieß es weiter. Die Zahl der Beschäftigen sank unterdessen um 290.000 auf 65,03 Mill. Das Verhältnis der offenen Stellen zu Bewerbern blieb unverändert bei 0,56.

Zahlen positiv aufgenommen

Die japanischen Arbeitsmarktdaten sind in Analystenkreisen gut aufgenommen worden. Allerdings lasse sich die künftige Richtung der Konjunkturbewegung noch nicht konkret abschätzen.

Die Daten lagen laut Yoshi Sakakibara, Analyst bei Merrill Lynch, mehrheitlich knapp über den Erwartungen. Trotz dieser positiven Tendenz sei bislang noch unklar, ob dieser Trend auch in den kommenden Monaten anhalten werde.

Sakakibara wies darauf hin, dass der Rückgang der Arbeitslosenquote hauptsächlich auf die Verkleinerung der arbeitenden Bevölkerung zurückzuführen sei. Bei einer Rückkehr dieser Personen in den Kreis der Erwerbssuchenden könne sich der Druck auf dem Arbeitsmarkt leicht wieder vergrößern.

"Aussichten bestenfalls neutral"

Ron Bevacqua von der Commerzbank erklärte ergänzend, dass die Aussichten für die japanische Konjunktur bestenfalls neutral seien. Zwar seien die Arbeitsmarktdaten relativ günstig, aber die Haushaltsausgaben (-1,2 %) und die Baubeginne (-1,1%) seien hinter den Erwartungen zurückgeblieben.

Die Bank von Japan suche derzeit nach einer Gelegenheit, von ihrer Nullzinspolitik abzuweichen, so Bevacqua. Derzeit fehle allerdings ein entsprechender Rechtfertigungsgrund. Da für die kommenden Monate mit einer erneuten Abschwächung der Konjunktur gerechnet werden müsse, bestehe die Gefahr, dass die Bank von Japan die Zinsen anheben werde, bevor sich ihr ohnehin kleines Aktionsfenster wieder schließt.

Von dem angekündigten Regierungspaket zur Ankurbelung der Wirtschaft erwartet der Analyst keine große Wirkung, da die Finanzspritze im Vergleich zu vorangegangenen Initiativen deutlich geringer ausfallen dürfte.

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