Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

14.03.2003

09:09 Uhr

Im Herbst starten Internet und Video on Demand auf dem Fernseher

T-Online bleibt auf Kurs

Der Internetanbieter T-Online konnte im vergangenen Jahr bei Umsatz, Ergebnis und Nutzern weiter zulegen. Spätestens ab 2004 will die Telekom-Tochter Nettogewinne erwirtschaften. Auf der Cebit zeigt der Computerbauer Fujitsu Siemens einen Multimediaplayer, der mit T-Online Internet und Videodownloads über den Fernseher bietet.

tnt HANNOVER. Rund 10 Millionen Internetnutzer in Deutschland gehen inzwischen über T-Online ins Internet. Im vergangen Jahr kamen rund 1,2 Millionen Neukunden hinzu. Damit bleibt die Telekom-Tochter mit weitem Abstand der führende Anbieter von Internetzugängen in Deutschland mit weitem Abstand zu den Wettbewerbern AOL, Freenet und Tiscali.

Doch die Zeit explosionsartiger Zuwächse der Neukunden scheint vorbei. Europaweit stieg die Zahl der Kunden der T-Online-International AG auf 12,2 Millionen Kunden, was ein Plus von 15 % gegenüber dem Vorjahr ausmacht. "Nun kommt es mehr darauf an, die Kundenbasis stärker zu monetarisieren", sagte Vorstandschef Thomas Holtrop bei der Vorlage des Ergebnisses für das vergangene Geschäftsjahr.

2002 scheint dieses Vorhaben gelungen zu sein: Der Umsatz legte um 39 % auf 1,58 Mrd. Euro zu. Für 2003 rechnen Analysten mit einem weiteren Anstieg auf 1,9 bis 2,1 Mrd. Euro. "Es ist wahrscheinlich, dass wir zwischen den höchsten und niedrigsten Schätzungen liegen werden", sagte Finanzvorstand Rainer Beaujean. Analysten waren vom Umsatz und dem operativen Ergebnis positiv überrascht, etwas höher als erwartet fiel allerdings auch der Nettoverlust aus.

Erstmals nannte T-Online mit 17 Millionen Euro eine Umsatzzahl für die im letzten Jahr gestarteten Bezahlinhalte. Den Löwenanteil von 79 % der Erlöse erzielt T-Online nach wie vor im Internetzugangsgeschäft.

Hier steigt vor allen Dingen die Zahl der DSL-Kunden. Rund jeder vierte T-Online-Kunde nutzt inzwischen die schnelle DSL-Technologie für den Internetzugang. Das wirkt sich positiv auf die Gewinnmarge aus, da bei DSL weniger Kosten beim Einkauf der Netzleistungen beim Mutterkonzern Deutsche Telekom anfallen. So kletterte die T-Online-Rohertragsmarge 2002 auf 49 %. Zwar schreibt T-Online im operativen Geschäft bereits seit dem zweiten Quartal 2002 schwarze Zahlen. Doch auf Grund von Abschreibungen in Höhe von 434 Mill. Euro auf den Firmenwert vor allen Dingen für die französische Tochter Club Internet und Ya.com in Spanien fiel unter dem Strich im vergangenen Jahr ein Nettoverlust von 467 Mill. Euro an. Da 2003 weitere Abschreibungen fällig werden und sich Bilanzierungsvorschriften ändern, ist unklar, ob T-Online bereits im kommenden Jahr auch netto in die schwarzen Zahlen kommen wird. "Auf alle Fälle werden wir aber ab 2004 netto schwarze Zahlen schreiben", kündigte Finanzvorstand Beaujean an. Ein Anstieg der Vorstandsbezüge um 38 % in 2002 ist nach Ansicht Holtrops "absolut vertretbar". Dass die für 2002 fälligen Vorstandsbezüge von 2,28 Mill. auf rund 3,16 Mill. Euro stiegen, liege auch an der Abfindung für ein ausgeschiedenes Mitglied. Der langjährige Technik-Vorstand Eric Danke war 2001 ausgeschieden.

Vom Herbst diesen Jahres an startet T-Online "T-Online Vision at TV". Der Computerhersteller Fujitsu Siemens stellte auf der Cebit einen neuen Multimediaplayer vor, mit dem über T-Online der DSL-Internetzugang mit dem Fernseher möglich wird. Das Gerät von der Größe eines Videorecorders besteht zu drei Vierteln aus PC-Teilen, besitzt eine Festplatte, ein DVD-Laufwerk und eine entsprechende Schnittstelle zum DSL-Modem für den Internetzugang. Neben E-Mail und Videoaufnahmen und dem Abspielen aller Formen von Musikdateien können mit dem Gerät über T-Online kostenpflichtige Videofilme über das Internet auf die Festplatte geladen werden.

Doch auch der Computerhersteller Fujitsu Siemens will mit dem "Multivy Media Center" neue Märkte erschließen. "Wir werden Unterhaltungselektronik nach und nach ersetzen", sagt Fujitsu-Siemens-Chef Adrian von Hammerstein. "Bis Ende 2003 wollen wir mehrere zehntausend Geräte verkauft habe", kündigte Hammerstein an. Der Preis soll zunächst zwischen 900 und 1 500 Euro je nach Ausstattung liegen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×