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04.02.2002

14:54 Uhr

Im Rahmen der Erwartungen

British Airways baut nach Verlust Stellen ab

Europas größte Fluggesellschaft British Airways (BA) ist im abgelaufenen Quartal vor allem wegen des Geschäftseinbruchs nach den Anschlägen vom 11. September in die Verlustzone gerutscht. Ein weiterer Stellenabbau sei nötig, kündigte BA-Chef Rod Eddington am Montag in einem Interview des britischen Rundfunksenders BBC an. Einzelheiten nannte er nicht.

Foto: ap

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Reuters LONDON. Zuvor hatte das Unternehmen für das dritte Quartal (zum 31. Dezember) des laufenden Geschäftsjahres 2001/02 einen im Rahmen der Erwartungen liegenden operativen Verlust von 187 Mill. Pfund (rund 307,6 Mill. ?) nach einem Gewinn von 80 Mill. Pfund im Vorjahreszeitraum bekannt gegeben.

"Diese Ergebnisse spiegeln den massiven Einfluss des 11. September auf die Umsätze und auch den anhaltenden Wirtschaftsabschwung wider", erklärte Eddington. BA habe zwar die Kosten deutlich zurückfahren können, doch das Unternehmen stehe noch immer vor einigen bedeutenden Herausforderungen. Der Umsatz sei im Jahresvergleich um 20 % auf 1,84 Mrd. Pfund zurückgegangen. Die Kosten seien um 8,5 % gesunken. Der Cash Flow sei weiter in Ordnung, so dass die Ausgabe neuer Aktien oder die Aufnahme von Anleihen oder der Verkauf des 22-prozentigen Anteils an der Quantas Airways Ltd. nicht zur Debatte stünden. "Es gibt keine Pläne für Bezugsrechte, es gibt keine Pläne für eine Anleihen-Emission. Wir sind zufrieden mit dem, was wir haben", erklärte Eddington.

Analysten hatten mit einem Fehlbetrag in einer Spanne von 161 bis 337 Mill. Pfund gerechnet. Über der künftigen Strategie des Unternehmens hänge weiterhin ein großes Fragezeichen, sagte Deutsche Bank-Analyst Jonathan Wober.

BA hatte bereits nach den Anschlägen vom 11. September den Abbau von 7 200 Stellen angekündigt. In den Medien und an den Märkten wird spekuliert, dass zusätzlich rund 10 000 Stellen in Gefahr sind. Dazu wollte sich Eddington allerdings nicht äußern.

BA von Brancheneinbruch besonders betroffen

Der Umsatzeinbruch in der Touristik und den Geschäftsreisen in Folge der Anschläge macht den großen Fluggesellschaften weltweit zu schaffen. Nach Einschätzung von Analysten ist BA besonders hart von den Folgen des 11. September getroffen worden, da bei dem Unternehmen im Vergleich zur Konkurrenz wie der Lufthansa Transatlantikreisen eine noch höhere Bedeutung hätten.

Der Aktienkurs von BA reagierte mit einem Zickzack-Kurs auf die Zahlen. Nach einer freundlichen Eröffnung in London sank der Kurs um 1,88 % auf 208,38 Pence, zog dann später wieder auf 214 Pence leicht an. Der Gesamtmarkt tendierte leichter. Vor dem 11. September hatten BA-Titel noch bei 264 Pence gelegen. Im Vergleich zu den europäischen Konkurrenten – Lufthansa, Air France und KLM, deren Aktien inzwischen wieder das Niveau von vor dem 11. September erreicht haben – haben sich die BA-Aktien damit schlechter entwickelt.

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