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06.01.2003

07:51 Uhr

Immer mehr Computerhersteller zieht es zur Consumer Electronic Show in Las Vegas

Haushalte werden drahtlos vernetzt

VonAxel Postinett

Die Trends in der Unterhaltungselektronik 2003 heißen Großbildschirme, HD-DVD, HDTV und Heimvernetzung. Das Thema Internet steht dabei nur im Hintergrund. Ohne Breitband- Anschlüsse gibt es für die Verbraucher kaum Gründe, sich von ihren alten Mediengewohnheiten zu verabschieden.

DÜSSELDORF. Sollte jemand eine Chance haben, Siegfried & Roy als die am längsten laufende Las-Vegas-Show abzulösen, dann dürfte es Bill Gates sein, der Gründer und Chief Software Architect von Microsoft. Regelmäßig eröffnet er seit Jahren mit markigen Sprüchen und witzigen Videos ("Gates als Harry Potter") nicht nur die Computermesse Comdex, sondern mittlerweile auch die Consumer Electronic Show (CES). Microsoft ist überall.

So auch dieses Jahr, wenn rund 2 000 Aussteller vom 9. bis zum 12. Januar in der Spielerstadt in der Wüste von Nevada die Trends für das Jahr 2003 in der Unterhaltungsektronik ausloten wollen. Allgemeine Übereinstimmung: Wireless Video und DVD sowie vor allem hochauflösendes Fernsehen (HDTV) und HD-DVD werden zu Hoffnungsträgern für die Branche. Die drahtlose Übertragung und Aufzeichnung von Videos über Heimnetzwerke sowie die künftige Speicherung von hochauflösenden Videos auf neuen, leistungsstärkeren DVD-Medien sollen neue Geschäftsfelder erschließen.

Die kommende DVD-Generation soll mit Hilfe eines blauen Lasers mit 405 nm Wellenlänge 20 oder sogar 40 Gigabyte Daten auf einer einseitig beschreibbaren Disc speichern können. Hier kämpfen auf der einen Seite Matsushita, Pioneer, Philips, Sony, Thomson, LG Electronics, Hitachi, Sharp und Samsung ("Blue Ray Disc") gegen NEC und Toshiba ("Advanced Optical Disc"). Eine Entscheidung der Branchenorganisation DVD-Forum für eine der Techniken könnte schon auf dieser CES verkündet werden, erwarten Marktbeobachter. Sie sei nötig, da die Übertragung von Filmen per Internet auf absehbare Zeit keine Alternative zu den DVD-Medien sei.

Für dieses Jahr wird auch eine Beschleunigung der Umstellung des TV-Marktes in den USA auf HDTV erwartet. Ein jüngst zwischen der Consumer Electronics Association und der National Cable and Telecommunications Association geschlossenes Abkommen soll endlich den einheitlichen Standard zur Übertragung von HDTV sicherstellen. Dann sollen die Geräte einfach wie ein normaler Fernseher ans Kabel anschließbar sein. Da alle TV-Hersteller zudem ihre Produktionskapazitäten hochfahren, sagen Marktbeobachter für 2003 deutliche Preissenkungen bei LCD- oder Plasma-TV-Geräten voraus - was den Zulauf zu HDTV weiter beschleunigen dürfte.

Bei der Vernetzung der Haushalte, dem anderen großen Thema, will Microsoft in vorderster Front mitspielen. Gates will am 8. Januar Details seiner im November auf der Comdex angekündigten Smart Personal Objects Technology (SPOT) vorstellen. Die soll künftig Alltagsgegenstände wie Wecker, Schlüsselanhänger oder Armbanduhren mit Microsoft - Software füllen.

Mit Spannung erwartet wird auch, ob Microsoft es nach mehreren vergeblichen Anläufen doch noch schafft, dank Windows XP den vernetzten PC als zentralen Multimedia-Verteiler zu etablieren. Multimedia-PC konnten die Konsumenten in den vergangenen Jahren nie wirklich überzeugen. Auf der CES dürften 2003 vermehrt auch Konzepte PC-unabhängiger Multimedia-Center vorgestellt werden. Zentrale Bauteile (vergleichbar einem Reciever in einer Stereoanlage) übernehmen die Verteilerfunktion. Der DVD-Film wird dann per Wireless- Lan (Netzwerk) vom Zentralserver im Wohnzimmer zum TV-Schirm im Schlafzimmer übertragen, oder die Musik zu den Lautsprechern in der Küche.

Peter Weber, Sprecher von Panasonic Deutschland, sieht in der Vernetzung der Unterhaltungselektronik auch für Deutschland einen großen Markt: "Home Services wird für uns auf der Cebit 2003 ein großes Thema". Gerd Götz von Philips Deutschland legt für die CES das Augenmerk auf "Wireless Monitore", aber auch Satelliten-Reciever im MHP-Standard. Panasonic will in Las Vegas auch seine neue SD-Speicherkarte (etwa für Digitalkameras) mit einem Gigabyte Kapazität vorstellen. Gespannt wartet die Branche dabei auf die Antwort von Sony: Der alte "Memory Stick" - ein Kernstück der Sony-Produktstrategie - ist mit 128 MB an seine Leistungsgrenze gestoßen. Angeblich soll zur CES bereits ein Nachfolgeprodukt ("Memory Stick Pro", bis 1 GByte) vorgestellt werden.

Quelle: Handelsblatt

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