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11.01.2005

11:11 Uhr

Immer mehr Personalabteilungen müssen mit Kennzahlen ihren Erfolg unter Beweis stellen – und Kosten drücken

Was leisten eigentlich unsere Personaler?

VonChristoph Hus (Handelsblatt)

Der Druck auf Personalabteilungen in deutschen Unternehmen wächst. Manager verlangen von ihren Personalmitarbeitern immer öfter einen messbaren Beitrag zur Wertschöpfung. Gleichzeitig führen viele Unternehmen Kennzahlen ein, mit denen sie die Qualität ihrer Personalarbeit messen können.

HB DÜSSELDORF. Das ist das Ergebnis einer Studie der Gummersbacher Unternehmensberatung Kienbaum Consultants International. „Die Sitten sind rauer geworden“, urteilt Kienbaum-Geschäftsführer Walter Jochmann, „und das ist keine vorübergehende Erscheinung während der Konjunkturkrise.“ Die Zeiten, in denen Personalabteilungen als notwendiger und kaum zu beeinflussender Kostenfaktor galten, sind vorbei.

An der Kienbaum-Studie haben sich 40 Großunternehmen und Mittelständler beteiligt. Die Mehrheit der Personalchefs ist sich des schlechten Rufs bewusst, den ihre Abteilung im Unternehmen genießt. Nur 60 Prozent der Befragten meinen, bei den Kollegen aus anderen Abteilungen ein positives Image zu haben. Noch geringer ist mit 53 Prozent die Zahl der Personalmanager, die angaben, ihre Abteilung werde im Unternehmen als wertschöpfende Einheit angesehen.

Der steigende Erfolgsdruck auf die Personalabteilungen spiegelt aber nicht nur den Wunsch der Manager nach mehr Effizienz wider. Auch eine große Unzufriedenheit der Führungskräfte mit der Qualität der Personalentwicklung spielt eine Rolle. Das belegt eine aktuelle Umfrage des Verbands angestellter Akademiker und leitender Angestellter der chemischen Industrie (VAA) unter 1 900 leitenden Angestellten großer Chemie- und Pharmaunternehmen. Danach halten gerade einmal zwölf Prozent der Befragten die Personalentwicklung ihres Unternehmens für vorbildlich oder gut. Weitaus höher ist dagegen die Zahl der Kritiker: 37 Prozent der Befragten vergaben die Noten mangelhaft oder ungenügend.

Als Reaktion auf diese Unzufriedenheit setzen immer mehr Unternehmen auf feste Qualitätsstandards für die Personalarbeit, ergab die Kienbaum-Studie. So arbeitet mit 63 Prozent bereits die Mehrheit der Personalabteilungen in den untersuchten Unternehmen auf Basis messbarer Ziele. Nur wenig geringer ist mit 60 Prozent der Anteil der Firmen, der über einen Produkt- und Leistungskatalog für die Personalarbeit verfügt. Und mit 47 Prozent kontrolliert fast die Hälfte der befragten Unternehmen die Arbeit ihrer Personaler regelmäßig an Kennzahlen. Externe Benchmarks spielen mit 37 Prozent ebenfalls eine bedeutende Rolle. „In vielen Unternehmen ist eine Qualitätskontrolle aber immer noch keine Selbstverständlichkeit“, weiß Kienbaum- Geschäftsführer Jochmann.

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