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15.01.2001

14:30 Uhr

Impulsloser Handel

Euro etwas leichter

Mangels neuer Impulse hat der Euro am Mittag zum $ in einem technisch getriebenen Handel nahe seines Tagestiefs tendiert. Händler rechnen in den kommenden Tagen mit weiteren Kursverlusten.

Reuters FRANKFURT. Mangels neuer Impulse hat der Euro am Montagmittag zum $ in einem technisch getriebenen Handel nahe seines Tagestiefs tendiert. Händler sagten, die Aufmerksamkeit der Märkte gelte stärker der japanischen Währung. Sorgen über eine Bankenkrise in Japan in Reaktion auf die Talfahrt an den Tokioter Aktienmärkten und trübe Konjunkturaussichten hatten den $ zum Yen am Montag auf ein 17-Monatshoch über 119 Yen klettern lassen. Händler rechnen in den kommenden Tagen mit weiteren Kursverlusten. Der Euro lag am Mittag wenig bewegt bei Werten um 0,9430 $. Auf etwa diesen Wert war die Gemeinschaftswährung nach der Veröffentlichung schwacher deutscher Einzelhandelsumsätze am Montagmorgen abgesackt.

Im Referenzkursverfahren Öffentlicher Banken wurde der Euro am Mittag mit 0,9430 (0,9533) $ ermittelt. Zur D-Mark verteuerte sich der $ damit auf 2,0741 (2,0516) DM. Zur japanischen Währung wurde der Euro mit 112,09 (112,37) Yen festgestellt.

Fehlende Impulse aus den USA

Angesichts fehlender Impulse aus den USA und der Euro-Zone sehen Händler den Euro in den kommenden Tagen seitwärts tendieren. Am Montag haben die Finanzmärkte in den USA wegen des Martin-Luther-King-Feiertags geschlossen, was diese Erwartung noch verstärkt. Erst am Mittwoch werden nach Einschätzung von Analysten der HypoVereinsbank die Daten zur US-Industrieproduktion und den US-Verbraucherpreisen wieder etwas Bewegung in den Markt bringen. "Sollte die Industrieproduktion den genannten Erwartungen (von minus 0,5 %) entsprechen und der Teuerungsanstieg nur einen Tick höher ausfallen (als mit plus 0,2 % erwartet), wäre dies hinsichtlich der Fed-Zinsentscheidung am 31.1. sicher eine unangenehme Mischung und eindeutig negativ für den US-Dollar", heißt es in einem Marktkommentar. Damit steige die Wahrscheinlichkeit für Kursgewinne zur Wochenmitte wieder.

Die US-Notenbank Fed wird am 30./31. Januar zu ihrer ersten planmäßigen geldpolitschen Sitzung in diesem Jahr zusammentreffen. Anfang Januar hatten die US-Währungshüter die Leitzinsen überraschen um 50 Basispunkte gesenkt, um einer beschleunigten Abkühlung der US-Konjunktur entgegenzuwirken. Der Yen präsentierte sich am Montag aufgrund der weiterhin eingetrübten konjunkturellen Aussichten in Japan, den schwachen Aktienmärkten und der damit verbundenen Sorge um eine Bankenkrise in schwacher Verfassung. "Der Abwärtsdruck auf den Yen steigt. Äußerungen von japanischen Regierungsvertretern haben die Tür für weitere Verkäufe geöffnet", sagte Jermey Hawkins, Chefvolkswirt der Bank of America. Am Sonntag hatte Japans Finanzminister Kiichi Miyazawa erklärt, die jüngsten Kursverluste des Yen seien kein Grund zur Sorge. Auch die leichte Erholung der japanischen Aktienmärkte zum Wochenbeginn habe den Yen nicht stützen können, sagten Händler. Der Nikkei-Index hatte am Montag 1,2 % im Plus bei 13 506 Zählern geschlossen. Der Trend der japanischen Börsen sei jedoch weiter abwärts gerichtet. In der vergangenen Woche war der Index auf den tiefsten Stand seit 27 Monaten gefallen.

Durch schwache deutsche Einzelhandelsumsätze belastet

Belastet wurde der Euro am Montagmorgen durch die schwächer als erwartet ausgefallenen deutschen Einzelhandelsumsätze im November. Im Jahresvergleich stiegen die Umsätze nach Angaben des Statistischen Bundesamtes real um 0,5 % und nominal um 2,2 % zum Vorjahr. Im Monatsvergleich fielen die Umsätze im November um nominal 1,0 % und real um 1,3 % zum Vormonat.

Nicht profitieren konnte der Euro unterdessen von Äußerungen von Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD) und seinem französischen Amtskollegen Laurent Fabius. Eichel sagte am Montag bei einem Vortrag vor Finanz- und Börsenexperten zum Ende des ASEM-Treffens in Tokio, er sei überzeugt, dass der Euro gegenüber dem $ noch erheblich an Wert gewinnen werde. Der Finanzminister betonte, die Wirtschaftsaussichten in der Euro-Zone seien hervorragend und zudem besser als in den USA. Fabius erklärte, er sehe den Euro schon in wenigen Wochen bei der Parität zum $.

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