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04.02.2002

17:23 Uhr

In der Weltspitze etabliert

Nordische Ski-Asse wollen Medaillen

Selten waren sie so wertvoll wie heute. Nach Jahren der Stagnation und des Rückschritts sollen für die deutschen nordischen Skisportler endlich wieder olympische Medaillenträume wahr werden.

dpa STUTTGART. Seit 1980 warten Langläufer, seit 1988 die Kombinierer auf Edelmetall. Doch nach einer erfolgreichen Weltcup-Saison stehen in vielen Wettbewerben die Chancen bestens.

Vor allem die Nordischen Kombinierer erlebten unter Bundestrainer Hermann Weinbuch eine Renaissance. "Eine Medaille wollen wir mindestens holen", sagt Weinbuch und setzt dabei neben der Mannschaft vor allem auf Ronny Ackermann. Der Oberhofer Sportsoldat kämpft mit Felix Gottwald (Österreich) und Samppa Lajunen (Finnland) nicht nur um den Gesamt-Weltcup, sondern in Salt Lake City auch um die Medaillen in den beiden Einzel-Entscheidungen.

Ackermann gehört seit seinem ersten Weltcupsieg im November 1999 zur Weltspitze, kämpfte aber immer mit dem Handicap, meist zu früh in Form zu sein. Doch Dank eines anderen Aufbaus in der Olympia-Saison und sportpsychologischer Betreuung soll dem 24 Jahre alten Sonnyboy mit dem losen Mundwerk der große Coup gelingen. Sprint-Weltmeister Marko Baacke (Ruhla) kann nach seinem Trainingssturz und der Entfernung einer Niere erst nach der Saison das Training wieder aufnehmen.

Auch die deutschen Skilangläufer fahren in der Loipe nicht mehr hinterher. Unter der Regie von Weltcup-Koordinator Jochen Behle, der nach dem Winter offiziell zum Bundestrainer berufen werden soll, haben die Männer-Staffel und die erstmals olympischen Langlauf- Sprinter die besten Chancen. Evi Sachenbacher (Reit im Winkl) gewann in Partenkirchen als erste Deusche seit 14 Jahren ein Weltcuprennen. Auch Manuela Henkel (Oberhof), Tobias Angerer (Vachendorf) und Peter Schlickenrieder (Hirschau) glänzten bereits mit guten Platzierungen.

International kommen die Favoriten aus Skandinavien und Russland. Weltcup-Gesamtsieger Per Elofsson (Schweden) hat in mehreren Rennen Chancen, und über die erstmals im Massenstart ausgetragenen 30 km könnte die Stunde von Johann Mühlegg schlagen. Der für Spanien startende Allgäuer gewann bei der Weltmeisterschaft im vergangenen Jahr in Lahti vor Rene Sommerfeldt (Oberwiesenthal) über 50 km. "Ich war Weltmeister und Weltcupsieger, besitze aber noch keine olympische Medaille. Dafür habe ich unheimlich hart trainiert."

Mühlegg hat nach eigener Aussage 11 000 Kilometer Ausdauertraining in den Beinen, war drei Monate zum Höhentraining auf Gletschern. Denn die selektiven, von den Zuschauern fast komplett einsehbaren Strecken in Soldier Hollow werden durch ihre Höhenlage zwischen 1780 und 1850 m den Athleten alles abverlangen.

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