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27.02.2004

11:00 Uhr

In Deutschland zieht Capoeira vor allem junge Leute in seinen Bann

Rhythmische Kampfgymnastik

VonMichaela Böhm (Handelsblatt)

Ein brasilianischer Volkssport sorgt in Deutschland für Furore: Capoeira. Wer von einem Kampfsport mehr erwartet als Schläge und Tritte, ist bestens aufgehoben - Artistik, Musik und Tanz machen Capoeira aus.

Momentaufnahme: Zwei Männer stehen sich in kämpferischer Pose gegenüber. Sie heben ihre Köpfe, schauen sich an: Das Spiel beginnt. Mit einem Radschlag springen sie in die Mitte und fallen in die Ginga, einen wiegenden Ausfallschritt. Sie belauern sich, fixieren sich, bis sich einer mit einer halben Drehung nach hinten wegduckt und sein Bein über den Kopf des Gegners zieht. Der ist im gleichen Moment unter dem Tritt weggetaucht, greift an, weicht aus, dreht sich am Boden um die eigene Achse.

Der Rhythmus des Berimbau, des Capoeira-Saiteninstruments, ist noch langsam. Der Sänger treibt das Lied voran, und der Chor antwortet. Je schneller die Schläge des Berimbau, desto fliegender die Bewegungen der Capoeiristas.

Capoeira, der außergewöhnliche Kampfsport mit brasilianischen Wurzeln, hat mittlerweile in deutsche Fitness-Studios Einzug gehalten. Der Sport ist eine Mischung aus Kampf und Spiel, Aggressivität und Tanz, aus Akrobatik und Fintenreichtum.

Verschiedene Disziplinen haben ihr Scherflein zum Capoeira beigetragen: das Taekwondo die Tritte, das Kunstturnen Salti und freie Räder, Breakdance die Bodenfiguren. Und doch machen die afro-brasilianische Musik, der Gesang, das Spielerische und Vertänzelte Capoeira zu etwas Eigenem, das Zuschauer immer wieder zum Schwärmen bringt: ästhetisch, magisch. Man sieht sich nicht satt.

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