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14.07.2000

11:42 Uhr

Index hat sich seit Anfang Januar mehr als verdoppelt

Mit Biotech-Aktien kann am Neuen Markt noch Geld verdient werden

VonJOSEF HOFMANN

Mehr als ein Dutzend Biotechnologie-Firmen sind am Neuen Markt notiert. Fünf wollen allein in diesem Monat noch dazukommen.

Hoher Kapitalbedarf, niedrige Umsätze und in den wenigsten Fällen in kurzer Zeit Aussicht auf Gewinn: Aktien von Biotechnologie-Unternehmen sind Wechsel auf die Zukunft. Der Vorteil dabei ist, dass Anleger schon heute damit verdienen können. Am Neuen Markt war die Branche, bezogen auf den Jahresanfang, die erfolgreichste.

Seit Anfang Januar hat sich der Biotech-Index mehr als verdoppelt, in den letzten zwölf Monaten sogar mehr als verdreifacht. Bei Aufschlägen gegenüber dem Ausgabepreis von über 600 Prozent wie bei Morphosys innerhalb von 16 Monaten oder mehr als 500 Prozent wie bei Evotec innerhalb von acht Monaten wurde auch so mancher eher konservative Anleger schwach und investierte trotz zum Teil abenteuerlich hoher Bewertungen in die Aktien der aufstrebenden Branche. Die Chancen, an einer komplett neuen Generation von Medikamenten mit zu verdienen, war zu verlockend.



Börsenneulinge wollen vom Biotech-Boom profitieren

Mit der Medikamentenentwicklung hat der Börsenkandidat der kommenden Woche, die Genescan AG, nichts zu tun. Das Unternehmen beschäftigt sich mit einem anderen, nicht minder wachstumsstarken Bereich, der Lebensmittelkontrolle. Mit Hilfe der Gene-scan-Analysen lassen sich gentechnische Veränderungen ebenso nachweisen wie Güte und Herkunft. Daneben arbeiten die Freiburger an so genannten Bio-Chips, die beispielsweise Bluttests einfacher und effizienter machen sollen. Ab 2002 sollen damit Gewinne eingefahren werden. Im vorbörslichen Handel lagen die Preise am ersten Tag nach Bekanntgabe der Bieterspanne, die von 35,50 Euro bis 39,50 Euro reicht, bei bis 64 Euro.

Vom Biotech-Boom profitieren will auch ein weiterer Neuling: die Lion Bioscience AG. Dabei handelt es sich jedoch nicht um ein Biotech-Unternehmen, vielmehr bieten die Heidelberger informationstechnologische Lösungen für diese Branche an. Mit ihrer Hilfe können die riesigen Datenmengen, die bei Forschungen anfallen, gemanagt werden. Eine weitere Lion-Software ermöglicht den interdisziplinären Austausch und Zugriff auf Forschungsergebnisse.

Noch steckt auch Lion tief in den roten Zahlen. Die hohen Vorsteuerverluste, hervorgerufen durch immensen Forschungs- und Entwicklungsaufwand, werden im laufenden Jahr mit 13 Millionen Euro sogar den Umsatz von geplanten 9 Millionen Euro deutlich übertreffen. Gewinne strebt das Unternehmen erst in drei bis vier Jahren an. Damit ihm vorher nicht die Luft ausgeht, sollen an der Börse bei einer Bieterspanne von 37 bis 44 Euro bis zu 230 Millionen Euro eingenommen werden. Risikobereite Anleger scheint das Papier dennoch anzulocken. Im Telefonhandel wurden bereits Preise von bis zu 74 Euro genannt.





FirmaWKNAnzahl Aktien


(Mill. St.)
Zeichnungs-


frist (Preis-


spanne in ?)
KonsortialführerErstnotiz


geplant
Caa AG Software


Software
6176002.5812.7. - 19.7.


(26.00-31.00)
LB Baden-Württemberg,


BNP

Paribas
21.7.
Gene Scan Europe AG


Biotechnologie
5861502.713.7. - 19.7.


(35.50-39.50)
Baden Bank-Württembergische21.7.

Nexus

AG


Medizintechnik
5220904.1818.7. - 20.7

Hypo

-Vereinsbank
24.7.
Aeco N.V.


Prüf- und Fertigungsverfahren
9270933.018.7. - 24.7.

Credit Suisse

Firtst Boston
25.7.

Lion Bioscience

AG


Biotechnologie
5043504.2612.7. - 24.7.


(37.00-44.00)
M.Stanley Dean Witter,


Deutsche Bank

26.7.

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