Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

25.07.2000

16:44 Uhr

Indonesien und Birma stärkste Gegner des thailändischen Vorstoßes

Asean-Staaten halten an Politik der Nichteinmischung fest

Thailand ist am Dienstag mit seinen Bemühungen gescheitert, zur Lösung regionaler Krisen in Südostasien ein schlagkräftiges Krisenmanagement einzurichten.

ap BANGKOK. Auf der Konferenz des Verbandes Südostasiatischer Staaten (ASEAN) einigten sich die zehn Mitgliedstaaten lediglich auf die Einrichtung einer Troika, die sich mit Krisenfällen in der Region befassen soll. Thailand hatte dagegen auf eine Änderung der Nichteinmischungspolitik des ASEAN gedrängt und vorgeschlagen, dass das Gremium aus drei der zehn ASEAN-Staaten mit der Befugnis ausgestattet werden sollte, sich mit Krisen zu befassen, die die Sicherheit eines Mitgliedsstaates betreffen.

Zu den stärksten Gegnern des thailändischen Vorstoßes zählten Indonesien und Birma. Der indonesische Außenminister Alwi Shihab erklärte, seine Regierung werde es nicht zulassen, dass sich andere Staaten um die Situation auf den Molukken kümmern. Dort kommt es seit Monaten zu blutigen Auseinandersetzungen zwischen Christen und Moslems. Auch Birma lehnte eine Abkehr von der Nichteinmischungspolitik strikt ab.

In einer gemeinsamen Erklärung forderten die ASEAN-Außenminister zudem ein stärkeres soziales Sicherheitsnetz für Arme und die Verteidigung des kulturellen Erbes gegen die Globalisierung. Sie erklärten, die Wirtschaft ihrer Länder habe sich allmählich von den Folgen der asiatischen Finanzkrise erholt und prognostizierten für dieses Jahr ein Wirtschaftswachstum von bis zu fünf Prozent.

Mit Spannung wurde der Auftritt Nordkoreas auf der Konferenz erwartet. Am Donnerstag soll der kommunistisch regierte Staat beim Regionalforum begrüßt werden, dem außer den zehn ASEAN-Staaten 13 weitere Länder mit Verteidigungsinteressen in der Region angehören, unter anderem auch die USA. Wegen der schwierigen Nahostverhandlungen in Camp David schickte US-Außenministerin Madeleine Albright ihren Stellvertreter Strobe Talbott nach Bangkok, wo er mit dem nordkoreanischen Außenminister Paek Nam Sun zusammentreffen sollte. Thailand begrüßte Nordkoreas Teilnahme am Regionalforum. Auf bilateraler Ebene könne man durchaus mit Durchbrüchen rechnen, sagte der thailändische Außenminister und Gastgeber der Konferenz, Surin Pitsuwan. Der ASEAN gehören Brunei, Indonesien, Kambodscha, Laos, Malaysia, Birma, Philippinen, Singapur, Thailand und Vietnam an.



Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×