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07.01.2003

08:46 Uhr

Industrielle Nachfrage steigt

Platin bleibt in den kommenden Jahren gefragt

Wegen seiner Doppelverwendung als Industrie- und Schmuckmetall dürfte die Platin-Nachfrage in den nächsten Jahren nach Ansicht von Rene Hochreiter von BoESecurities in Johannesburg das Angebot weiter übersteigen.

wd JOHANNESBURG. Derzeit gehen die Meinungen der Experten, was die maßgebenden Faktoren für den Goldpreis angehen, auseinander. Etwas leichter einschätzen lässt sich da die Lage am Platinmarkt. Wegen seiner Doppelverwendung als Industrie- und Schmuckmetall dürfte die Nachfrage hier in den nächsten Jahren nach Ansicht von Rene Hochreiter von BoESecurities in Johannesburg das Angebot weiter übersteigen.

Für 2012 erwartet der Experte gar einen Anstieg der Nachfrage von derzeit 6 Mill. auf 9,9 Mill. Unzen pro Jahr, von denen dann aber trotz der beträchtlichen Produktionssteigerungen der südafrikanischen Förderer (dann rund 7,2 Mill. Unzen) weltweit nur 9 Mill. Unzen durch die Produktion abgedeckt sind. Aus diesem Grund rechnet Hochreiter mit anhaltend guten Preisen.

Zu dem gleichen Ergebnis kommt auch eine Studie von Johnson Matthey in London, in dem darauf hingewiesen wird, dass der Schmucksektor vor allem in China 2002 kräftig zugelegt habe. Japan ist dagegen stark zurückgefallen. Stabil ist auch die Nachfrage industrieller Produzenten - beispielsweise bei den Herstellern von Autokatalysatoren. Steigen wird künftig jedoch der Bedarf von Dieselkatalysatoren, weil weltweit strengere Abgasbestimmungen in Kraft treten. Bereits jetzt sind in Europa rund 40% aller Neuzulassungen mit Dieselmotoren ausgerüstet, für deren Katalysatoren - anders als bei Benzinmotoren - kein Palladium verwendet werden kann.

Nicht verzichten kann auch die Informationstechnologie auf Platin. Mobiltelefone und Computerfestplatten enthalten viele Bestandteile der Platin-Metallgruppe. Nahezu alle Beobachter sind sich deshalb auch sicher, dass die Weltwirtschaft schon gewaltig abkühlen müsste, um den gerade erste beginnenden Platinboom wieder zu stoppen.

Quelle: Handelsblatt

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