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21.01.2002

12:30 Uhr

Infineon nach Geschäftszahlen im Minus - US-Börsen bleiben heute wegen Feiertag geschlossn

Schwache Tech-Werte setzen Dax unter Druck

Während die am Montagmorgen veröffentlichten Geschäftsergebnisse von Infineon im Rahmen der Erwartungen gelegen hätten, sei der zurückhaltende Ausblick negativ aufgenommen worden, sagten Händler.

Reuters FRANKFURT/M. Belastet worden sei der Markt zudem durch eine Herabstufung des Handyherstellers Nokia . Insgesamt verlaufe das Geschäft aber bei geringen Umsätzen lustlos, da die US-Märkte am Montag auf Grund eines Feiertages geschlossen blieben. Nach einer Herabstufung der Aktien der Deutschen Bank verloren auch Finanztitel deutlich. Im Blickpunkt standen außerdem Eon , deren Übernahme von Ruhrgas am Wochenende vom Bundeskartellamt verboten worden war.

Der Leitindex gab bis zum frühen Nachmittag um 1,63 % auf 5 039 Punkte nach. Am Neuen Markt sank der Nemax 50 um 1,18 % auf 1 154 Zähler. Dagegen gewann der MDax der 70 mittelgroßen Werte 0,15 % auf 4 360 Punkte.



Die Stimmung für die Technologiewerte wird Börsianern zufolge unter anderem von der Herabstufung des Handy-Konzerns Nokia belastet. Die Investmentbank Morgan Stanley hatte deren Aktien auf "Underperform" von zuvor "Neutral" zurückgesetzt. Der Technologie-Branchenindizes im Dax und Dow Jones Stoxx verloren bis zum Mittag 3,7 beziehungsweise 3,76 %.

Einen echten Verkaufsdruck gebe es allerdings nicht, hieß es weiter. Bei den Anlegern fehle lediglich die Kauflust. Da aus den USA wegen des heutigen Feiertages keine Impulse kämen und am Dienstag zahlreiche US-Firmen Geschäftszahlen veröffentlichten, hielten sich die Investoren stark zurück. Eine Prognose für die Entwicklung im weiteren Tagesverlauf sei angesichts der geringen Umsätze schwierig. Der Dax könnte die Marke von 5 000 Punkten testen und vielleicht sogar durchbrechen. Am Dienstag veröffentlichen unter anderem Motorola, Amazon.com und Lucent Technologies Ergebnisse.

Fondsmanager Jason Forde von Maintrust sagte mit Blick auf die mittelfristigen Marktaussichten, vor einer nachhaltigen Erholung müsse es eindeutige Anzeichen für einen Konjunkturaufschwung geben. Die bisherigen Kurssteigerungen seien lediglich von der Hoffnung hierauf getrieben worden.

Zu Infineon sagte Forde, die kürzlich gestiegenen Preise für Speicher-Chips könnten durchaus wieder sinken, da die erwartete Erholung des PC-Absatzes noch auf sich warten lasse. "Die Aktie (...) wird die 30-Euro-Marke nicht überschreiten", fügte er hinzu. Das Papier werde eher unterhalb von 20 ? statt unterhalb von 30 ? tendieren. Der Chip-Hersteller hat seinen Verlust vor Steuern und Zinsen (Ebit) eigenen Angaben zufolge im abgelaufenen Quartal auf 564 Mill. ? verringert, nach einem Minus von 882 Mill. ? im Vorquartal. Es fehlten aber weiter klare Signale für eine Erholung des Chip-Marktes, hatte es geheißen. Die Aktien verbilligten sich um 4,19 % auf 22,42 ?.

Bei Epcos komme hinzu, dass die Aktie ihre Unterstützung bei 47 bis 48 ? durchbrochen habe und dadurch weitere Verkäufe ausgelöst worden seien, sagten Händler. Das Papier rutschte um 4,32 % auf 46,12 ? ab.

Nach dem vom Bundeskartellamt ausgesprochenen Verbot der Ruhrgas-Übernahme durch Eon will sich der Energiekonzern den Zukauf per Ministererlaubnis genehmigen lassen. Das Kartellamt habe den Kauf des 25,5-prozentigen Ruhrgas-Anteils der Deutschen BP untersagt, hatte Eon am Samstag mitgeteilt. Da Eon aber gesamtwirtschaftliche Vorteile in der Mehrheitsübernahme des Gasgroßhändlers sehe, wolle der Konzern den Beschluss von der Bundesregierung aufheben lassen. Bundeswirtschaftsminister Werner Müller sagte am Montag zu dem Thema, eine Entscheidung darüber sei noch offen. Eon-Papiere gaben um 1,39 % auf 58,18 ? nach.



Die Papiere der Deutschen Bank verloren 2,7 % auf 75,92 ?. Zuvor hatte die Investmentbank Morgan Stanley das Papier auf "Underperform" von "Neutral" heruntergestuft und ein Kursziel von 70,70 ? angegeben. Den größten Verlust unter den Finanztiteln verbuchten Hypovereinsbank mit einem Minus von 3,15 % auf 34,79 ?. Marktteilnehmer konnten für diese starken Verluste keinen eindeutigen Grund ausmachen.

An der Spitze der Dax-Gewinner standen Preussag, die sich um 1,56 % auf 32,50 ? verteuerten. Nach der jüngsten Heraufstufung des Papiers setzten die Anleger auf eine Erholung der Tourismus-Branche, sagten Händler. Am vergangenen Freitag hatte die Investmentbank Merrill Lynch die Aktie auf "Strong Buy" von "Buy" hochgesetzt.

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