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13.01.2003

10:08 Uhr

Infineon prüft rechtliche Schritte gegen taiwanesischen Partner

Infineon will rechtliche Schritte gegen Promos einleiten

"Wir sind über das Vorgehen von Mosel Vitelic sehr befremdet", sagte ein Infineon-Sprecher am Montag in München. Nach einem Eklat bei der Hauptversammlung des Gemeinschaftsunternehmens Promos am Freitag hatte Infineon angekündigt, endgültig alle Geschäftsbeziehungen zu Mosel Vitelic kappen zu wollen. Die Anteile an Promos will Infineon so schnell wie möglich verkaufen.

HB/dpa/vwd MÜNCHEN. Infineon Technologies will rechtliche Schritte gegen Promos Technologies eineiten, um eine Lizenzvereinbarung für Technologie mit dem taiwanischen Chiphersteller aufzulösen. Nachdem Infineon auf der außerordentlichen Hauptversammlung am Freitag "hintergangen" worden sei, wolle das Unternehmen ihren gesamten, rund 30-prozentigen-Anteil an dem taiwanischen Joint Venture verkaufen, teilte Infineon am Wochenende mit. Am Montag werde damit begonnen, den "effektivsten Weg" für einen Verkauf zu prüfen. Promos soll zudem die "rechtswidrige Verwendung" der Technologie verboten werden.

Das taiwanische Unternehmen könne 90 Prozent ihrer Produkte, die mit einer von Infineon lizensierten Acht- und Zwölf-Inch-Waverproduktion hergestellt werden, nur an Infineon selbst verkaufen. Dies gehe aus der Technologievereinbarung, die unter schweizerischem Recht stehe, hervor. Infineon wirft Promos vor, auf der Aktionärsversammlung am Freitag "rechtswidrige" Beschlüsse gefasst zu haben, die unter anderem zum Ausschluss eines Infineon-Vertreters aus dem Board von Promos geführt hätten.

Infineon gibt an, die Anzahl ihrer Vertreter im Promos-Board sei auf zwei von drei verringert und die Größe des Boards auf acht von neun Directors verkleinert worden. Da der Beschluss jedoch rechtswidrig sei, habe Infineon technisch gesehen weiter drei Sitze im Promos-Board. Der Promos-Chairman Hung-Chiu Hu habe auf dem Aktionärstreffen einen illegalen Beschluss übernommen, der Infineon ihrer Rechte als zweitgrößtem Anteilseigner beraubt habe, so Infineon. Gegen die Beschlüsse auf der Hauptversammlung, gegen Hu und andere Manager von Promos und sowie gegen Mosel würden rechtliche Schritte unternommen. Mosel Vitelic hält als größte Anteilseignerin 37 Prozent an Promos.

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