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28.01.2002

12:42 Uhr

Infineon unter Druck

Dax nach Ifo-Index deutlich im Plus

Nach Vorlage des Geschäftsklima-Index des Münchner Ifo-Instituts haben die deutschen Standardaktien am Montag deutliche Kursgewinne verzeichnet.

Quelle: Handelsblatt

dpa/rtr/vwd FRANKFURT. Das Barometer sei besser als erwartet ausgefallen, und dies wirke sich positiv auf den Aktienmarkt aus, begründete ein Frankfurter Händler die Kursgewinne. Der Ifo-Index spiegelt die Stimmung in der deutschen Wirtschaft wider. Der Januar-Wert bedeutet den zweiten Anstieg in Folge. "Allerdings ist vor allem die Erwartungskomponente gut ausgefallen. Das bedeutet, dass der Index vom Prinzip Hoffnung lebt", sagt ein Beobachter.

Der Deutsche Aktienindex Dax gewann am Mittag 0,8 Prozent auf 5 199 Punkte. Am Neuen Markt zog der Nemax 50 um 0,5 Prozent auf 1 181 Zähler an. Der MDax der mittelgroßen Werte fiel hingegen um 0,1 Prozent auf 4 401 Stellen.

Die Aktie des Maschinen- und Nutzfahrzeugherstellers MAN führte die Liste der Kursgewinner im Dax an. Der Titel verbesserte sich um 4,8 Prozent auf 27,25 Euro. Das Schlusslicht bildete hingegen das Papier des Halbleiterherstellers Infineon , das um 1,6 Prozent auf 23,49 Euro fiel. Dass Toshiba einem Zeitungsbericht zufolge im laufenden Geschäftsjahr einen erheblich höheren Verlust erzielen wird als nach dem ersten Halbjahr prognostiziert, belastet Händlern zufolge die Stimmung für den Chiphersteller.

Nach Vorlage von Zahlen verteuerte sich die Aktie des Münchner Autokonzerns BMW um 2,6 Prozent auf 39,50 Euro. Der gute Ausblick stimme den Markt positiv, sagte ein Frankfurter Händler. Die Zahlen trafen die Erwartungen vieler Analysten und Händler.

Auch VW rücken um 2,3 Prozent auf 52,70 Euro vor. Das Ziel des künftigen VW-Chefs Pischetsrieder, im Konzern eine Kapitalrendite von neun Prozent zu erzielen, wird von Händlern als sehr ambitioniert eingeschätzt.

Hypo-Vereinsbank verteuern sich um 2,5 Prozent auf 36,69 Euro. Ein Händler erklärt die Gewinne mit erneuten Berichten über eine mögliche Übernahme von Premiere World durch Murdoch. "Das würde Kirch entlasten und damit auch den Gläubiger HypoVereinsbank", sagt der Beobachter. Nach Einschätzung eines Analysten ist der mögliche Effekt allerdings nicht groß genug, um den Kursanstieg zu begründen.

Presseberichte sorgten bei der im MDax notierten Aktie des Fernsehsenders Pro Sieben für positive Stimmung. Der Titel legte um 2,8 Prozent auf 5,20 Euro zu. Der Axel Springer Verlag verschiebt demzufolge seinen Ausstieg aus der Fernsehgruppe Pro Sieben Sat.1, um die hoch verschuldete Kirch-Gruppe nicht stärker in finanzielle Not zu bringen. Des weiteren strebt der Medienunternehmer Rupert Murdoch die Übernahme des zur Münchner KirchGruppe gehörenden Pay-TV-Senders Premiere World an.

Die Aktien von Schneider Technologies brachen um knapp 80 Prozent auf 0,56 Euro ein, nachdem das Unternehmen Ende vergangener Woche überraschend einen Insolvenzantrag für diesen Montag angekündigt hatte. Das Management sieht nach gescheiterten Verhandlungen mit Kreditgebern und potenziellen Investoren nur wenig Chancen für das Überleben der Traditionsunternehmens.

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