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15.01.2001

15:42 Uhr

ap DÜSSELDORF. Bei dem bisher größten Fall von mutmaßlicher Geldwäsche in Deutschland gibt es keine Vorwürfe gegen die darin verwickelte Westdeutsche Landesbank. Das nordrhein-westfälische Innenministerium bescheinigte dem Geldinstitut am Montag, es habe "völlig korrekt und rechtmäßig" gehandelt. In Justizkreisen hieß es, die WestLB selbst habe die Justiz eingeschaltet.

Der "Spiegel" hatte in seiner jüngsten Ausgabe berichtet, eine internationale Unternehmensgruppe, die im osteuropäischen Rohstoffgeschäft groß wurde, stehe im Verdacht, bei vier deutschen Großbanken seit 1997 umgerechnet mehr als sieben Milliarden Mark gewaschen zu haben, rund 3,7 Milliarden davon alleine bei der Westdeutschen Landesbank (WestLB). Die WestLB habe inzwischen die Geschäftsbeziehungen beendet; die Konten seien zum 31. Dezember 2000 gekündigt worden, berichtete der "Spiegel". Zuvor hatte der Bundesverband Öffentlicher Banken seine Mitglieder vor der Unternehmensgruppe gewarnt.

Keine Auskünfte von Seiten des Unternehmens

Die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft bestätigte ein entsprechendes Ermittlungsverfahren, ohne aber auf Einzelheiten einzugehen. Die Westdeutsche Landesbank selbst betonte am Montag, dass gegen sie in keiner Weise Vorwürfe im Zusammenhang mit etwaigen unzulässigen Geldtransaktionen erhoben würden, lehnte aber weitere Auskünfte zu dem Fall unter Berufung auf das Bankgeheimnis ab.

Das Düsseldorfer Innenministerium, das seit März vergangenen Jahres die Staatsaufsicht über die WestLB hat, betonte, Berichte über einen Geldwäscheverdacht gegen die WestLB seien `falsch und völlig neben der Sache liegend". Es gebe weder ein Ermittlungsverfahren gegen die Bank noch gegen Verantwortliche der WestLB.

Nach Informationen der "Berliner Zeitung" hatte die Westdeutsche Landesbank den Fall selbst bereits Mitte 1999 zur Anzeige gebracht. Die Bundesregierung weiß laut "Spiegel Online" bereits seit Monaten von den Ermittlungen der Düsseldorfer Staatsanwälte. Bereits im vergangenen Jahr habe die Düsseldorfer Justiz Details aus den komplexen Ermittlungen nach Berlin übermittelt. Wegen möglicher außenpolitischer Implikationen sei auch das Auswärtige Amt eingeschaltet worden.

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