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03.08.2000

13:16 Uhr

Reuters. Die Europäischen Börsen haben am Donnerstag bis Mittag schwächer tendiert. Vor dem Ende der Beratungen der Europäischen Zentralbank (EZB) und dem geldpolitischen Ausschuss der Bank von England (MPC) beschrieben Händler die Stimmung an den Märkten insgesamt als unsicher, obwohl überwiegend weder in London noch in Frankfurt mit einer Zinserhöhung gerechnet wurde. Die EZB wird ihre Ergebnisse gegen 13.45 Uhr MESZ, die MPC gegen 13.00 Uhr bekannt geben.

Ins Gewicht fielen nach Angaben von Händlern zudem Verluste bei den europäischen Schwergewichten Deutsche Bank und UBS. Inmitten einer handelsschwachen Sommerperiode mit weniger Marktteilnehmern und zunehmende Gewinnmitnahmen seien positive Unternehmensergebnisse nicht unbedingt Auslöser für einen Kursanstieg, sagten Händler. Technologiewerte gaben ebenfalls nach, während solide Gewinne im Energie-Sektor den negativen Grundton abmilderten.

Am Freitag werden mit Spannung die Arbeitsmarktdaten aus den USA erwartet. Von ihnen erhofften sich die Investoren weitere Hinweise über die künftige Zinspolitik der US-Notenbank. Die New Yorker Vorgaben von Mittwoch waren uneinheitlich. Während der technologielastige Nasdaq-Composite-Index um 0,73 % schwächer bei 3 658,46 Punkten geschlossen hatte, war der Dow-Jones-Index der 30 Standardwerte mit einem Plus von 0,76 % bei 10 687,53 Punkten aus dem Handel gegangen. Aus Asien gab es negative Impulse. Die Tokioter Börse schloss nach heftigen Verlusten bei Technologiewerten um 2,42 % tiefer auf 15 814,44 Punkten.

Der Stoxx-50-Index für die größten Unternehmen aus der EU und der Schweiz fiel bis Mittag um 0,7 % auf 4 846 Zähler, der Euro-Stoxx-50-Index für die Blue Chips aus der Europäischen Währungsunion (EWU) verlor 0,9 % auf 5 043 Punkte.





London - Warten auf Zinsentscheid

Der Londoner Aktienhandel hat in Erwartung der Beschlüsse des beratenden geldpolitischen Ausschusses der Bank von England Abschläge verzeichnet. Mehrheitlich erwarte man keine Zinserhöhung, hieß es. Dennoch sei der Markt vor der Entscheidung unsicher. Der FTSE-Index verlor 0,99 % auf 6 327 Zähler. Schwächen zeigten besonders Telekommunikationstitel wie Vodafone, die 1,4 % verloren. Gewinne verzeichnete BP Amoco, die gegen Mittag um 0,8 % höher notierten. Im Bankensektor fielen Barclays um 1,6 %, obwohl der Konzern sein Halbjahresergebnis nahezu verdoppelt hat.





Zürich - SMI-Index auf Konsolidierungskurs

Im Schweizer Handel schlug der SMI-Index einen Konsolidierungskurs ein. Nach den jüngsten Gewinnen lege der Index eine Atempause ein, hieß es. Das Barometer verlor 0,1 % auf 8 142 Punkten. Technisch sei der Markt klar überkauft. Finanzkonzern UBS zogen mit einem Minus von 1,75 % den Index mit nach unten. UBS plant zur Finanzierung der Übernahme des US-Brokerhauses Paine Webber eine Kapitalerhöhung. Nestle ermäßigten sich um 80 Franken, während Nestle sich bei großer Nachfrage 15 Franken verbesserten.



Paris - High-Tech-Titel unter Druck

An der Pariser Börse sind am Donnerstag Technologietitel unter Druck geraten. Der CAC-Index für die 40 größten Unternehmen zeigte sich davon belastet, und verlor 1,4 % auf 6 437 Zähler. Alcatel gaben über fünf Prozent nach, STMicroelectron verloren über drei Prozent. France Telecom notierten um 3,2 % schwächer bei 129,4 Euro. Societe General fielen trotz besser als erwarteter Ergebniszahlen um über sechs Prozent.





Mailand - MIB30-Index deutlich schwächer

Die Italienischen Aktien folgten den negativen Vorgaben der übrigen Börsen. Der MIB30-Index der Mailänder Börse lag mit einem Minus von 1,4 % bei 45 543 Punkten deutlich schwächer. Ausschlaggebend seien die Verluste bei Telekommunikationstiteln, hieß es am Markt. Telecom Italia verloren im Einklang mit anderen Branchentiteln verloren zwei Prozent. Aktien von Telekommunikationsanbieter Tiscali profitierten nach Angaben von Händler weiter von Spekulationen über einen Einstieg der Deutschen Telekom bei dem für die italienischen UMTS-Lizenzen bietenden Konsortium und gewannen 0,5 % dazu. Aufwärts ging es für Energiegruppe Eni, die zeitweise auf Jahreshöchstniveau notierten. Banca Intesa zeigten sich bei hohen Umsätzen stabil.





Madrid - Ibex-Index gibt nach

In Madrid gaben der 35 Werte umfassende Ibex-Index 0,7 % auf 10 566 Zähler nach. Die Biotechnologie-Aktie Zeltia, die nach Spekulationen über einen möglichen Einstieg des britischen Pharmakonzerns Glaxo Wellcome am Vortag zugelegt hatten, verlor über vier Prozent. Indexschwergewicht Telefonica gab 1,8 % ab. Der Konzern hatte angekündigt, die Kapitalerhöhung mit der Ausschüttung von 213,4 Mill. neuer Aktien zur Übernahme von Endemol abgeschlossen zu haben. Internettochter Terra Networks verlor 1,7 %.





Amsterdam - AEX-Index schwächer

Der AEX-Index gab bis gegen Mittag um 0,25 % auf 674 Punkte nach. Chemiekonzern DSM glänzten nach der angekündigten Übernahme der Pharmasparte des US-Konzerns Catalytica mit einem Plus von drei Prozent. Royal Dutch/Shell gewannen nach einer Gewinnsteigerung von 95 % im 2. Quartal um 1,2 % auf 65,4 Euro. Schwächer waren ASM Lithography, die über sechs Prozent abrutschten.





Wien - ATX-Index uneinheitlich

Die Wiener Börse drehte nach einem freundlichen Beginn gegen Mittag ins Minus. Der 21 Werte umfassende ATX lag um 0,1 % tiefer auf 1 166 Punkten. Rein technisch sehe es für den Index nicht schlecht aus, sagten Händler. Die Entwicklung wäre aber stark abhängig von Bank Austria. Der weitere Handelsverlauf werde eher seitwärts erwartet. Bank Austria notierte nahezu unverändert bei 61,94 Euro. Fester präsentierten sich auch BWT und Brauereititel wie Brau-Union.





Brüssel - BEL20-Index leichter

In Brüssel gab der Bel20-Index bei laut Händlern ruhigem Geschäft um 0,2 % auf 3 048 Punkte nach. Agfa Gevaert waren unter den umsatzstärksten Titeln, und gewannen bis zu ein Prozent. Es seien institutionelle Anleger im Markt, die den Wert kauften, sagte ein Händler. Schwergewicht Fortis gaben um 1,2 % nach, und lagen bei 32,9 Euro. Softwarefirma Real Software stürzten nach einer Gewinnwarnung über vier Prozent nach unten.





Stockholm - OMX-Index im Minus

Fallende Telekommunikationstitel haben die Aktienkurse an der Stockholmer Börse um über zwei Prozent fallen lassen. Der 30 Werte umfassende OMX-Index lag gegen Mittag um 2,7 % tiefer auf 1 263 Punkten. Börsenschwergewicht Ericsson verlor sieben Kronen auf 166 skr, Rivale Nokia gab 19 Kronen ab. Bekleidungshersteller Hennes & Mauritz fielen als Reaktion auf den von Konkurrent Gap verkündeten Umsatzrückgang im Juni um über acht Kronen.

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