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02.01.2001

11:24 Uhr

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Intel steigt in Markt für Konsumelektronik ein

Ihren bislang größten Vorstoß in die Welt der Konsumelektronik will die Intel mit einem tragbaren MP3-Player starten.

vwd SAN JOSE. Ihren bislang größten Vorstoß in die Welt der Konsumelektronik will die Intel Corp, Santa Clara, mit einem tragbaren MP3-Player namens "Pocket Concert" starten. Das Abspielgerät hat die Größe eines Kartenspiels und soll dem breiten Publikum auf der "Consumer Electronics Show" vorgestellt werden, die am kommenden Wochenende in Las Vegas beginnt. Wie es am Dienstag aus dem Unternehmen hieß, verfügt "Pocket Concert" über 128 MB Flash Memory und kann damit bis zu vier Stunden Musik aus dem Internet speichern. Das sei zweimal so viel wie die meisten anderen MP3-Player vorweisen könnten, hieß es.

Das Abspielgerät von Intel, das rund 299 $ kosten soll, trifft jedoch auf große Konkurrenz. Das US-Marktforschungsunternehmen International Data Corp, Framingham, schätzt, dass die Zahl der produzierten Geräte in den USA von 1,3 Mill. Stück im Jahr 2000 auf 6,7 Mill. Exemplare im Jahr 2003 steigen wird. Die bislang vor allem als Produzent von Prozessoren bekannt gewordene Intel will aber nicht nur an diesem Markt erfolgreich sein, sondern hat auch andere Bereiche für eine Geschäftsausweitung ins Auge gefasst.

In Las Vegas stellt Intel zwei neue drahtlose Produkte vor. Das "WebTablet" ermöglicht Nutzern den Internetzugang von jedem beliebigem Raum eines Hauses aus. Das "ChatPad" dient wiederum als portables Medium für E-Mail und Instant Messaging.

Intel will mit den Produktinnovationen nicht nur neue Umsatzfelder erschließen, sondern auch das angestammte Geschäft mit PC ankurbeln, in denen Mikroprozessoren aus Santa Clara den Takt angeben. Das Unternehmen muss sich nach Ansicht von Analysten allerdings auch dringend von seiner bisherigen Abhängigkeit von den Chips lösen. Bislang macht Intel mehr als 80 Prozent ihrer Umsätze mit Mikroprozessoren - und das bei stagnierender Nachfrage nach PC.

Bei der für das Prozessorgeschäft mit PC zuständigen Intel Architecture Group wird nur noch mit einem jährlichen Wachstum von zehn Prozent gerechnet. Die neuen Geschäftsfelder, zu denen neben der Konsumelektronik auch Computernetzwerke und Kommunikationsgeräte zählen, sollen hingegen mehr als 50 % Umsatzwachstum vorweisen können.

Bei Analysten stößt der Vorstoß von Intel an neue Märkte jedoch vor allem auch auf Skepsis. Sie befürchten, dass der Markenname verwässert wird oder dass sich der Konzern auf dem ungewohnten Terrain eine blutige Nase holt. Schließlich habe Intel auf keinem der Gebiete einschlägige Erfahrung vorzuweisen und sei mit seinen bisherigen Ausflügen in neue Bereich stets kläglich gescheitert. Überdies bestehe die Gefahr, dass sich das Unternehmen verzettele und dies zu einem Zeitpunkt, da es selbst im Kerngeschäftsbereich nicht richtig laufe.

Mit Spannung wird zudem auf die Reaktion von Intel-Kunden wie Sony Corp, Tokio, Compaq Computer Corp, Houston, oder Hewlett-Packard Co, Palo Alto, gewartet, die selbst im Bereich Konsumelektronik aktiv sind.

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