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24.01.2002

00:06 Uhr

Intelligent am Markt

Daten nutzen mit Business-Intelligence

VonHans J. Gilg

Der globale Wettbewerb zwingt Firmen, die Informationen über ihre Kunden, Lieferanten und Geschäftsprozesse noch schneller zu analysieren und nutzbar zu machen.

DÜSSELDORF. Mit Business-Intelligence-Software können Manager und Endanwender die unternehmensweit verfügbaren und die extern zugeführten Daten analysieren und auswerten. Analysten und Experten halten solche Lösungen für strategisch bedeutend, da sie die Analyse von Customer Relationship Management und E-Business-Strategien zulassen.

Im E-Business-Zeitalter sind Wissensmanagement und Reaktionsgeschwindigkeit die Kernfähigkeiten für Wettbewerbsvorteile. Der verschärfte globale Wettbewerb zwingt Firmen dazu, die Informationen über ihre Kunden, Lieferanten und Geschäftsprozesse schneller in Marktvorteile umzuwandeln. Das Ausschöpfen dieser Vorteile hängt davon ab, inwieweit Unternehmen eine Infrastruktur errichten können, die vorhandene Daten nutzt, neue Informationen erschließt und den Mitarbeitern ermöglicht, sofort fundierte Entscheidungen anhand der gewonnenen Informationen zu treffen.

Nur wenige Business-Intelligence-Anbieter haben bisher Komplettlösungen im Angebot, welche den gesamten Prozess integrieren - von der Datenextraktion bis hin zur personalisierten 3D-Visualisierung der Information. Von Kundenseite aus geht der Trend zu kompletten Business-Intelligence-Lösungen aus einer Hand.

Der im Markt beobachtbare Megatrend ist, dass Unternehmen in durchgehende Geschäftsprozesse investieren. Sie integrieren betriebswirtschaftliche Anwendungen wie Supply Chain Management (SCM) und Customer Relationship Management (CRM) in den IT-Bereich.

Da diese Datenpools auch umfassend als Führungsinformationen genutzt werden sollen, entsteht der Bedarf nach einer standardisierten Business-Intelligence-Plattform. Im Falle SCM sorgen Business-Intelligence-Lösungen für den Informationsfluss bei der Integration der Wertschöpfungsprozesse von Produzenten, Händlern und Kunden zu einer homogenen Kette. Die "Kundenbeziehungspflege" mit CRM zielt darauf ab, Kunden langfristig an ein Unternehmen zu binden. Dabei gilt es, die profitablen Kunden, ihr Verhalten und ihre Wünsche systematisch zu identifizieren und entsprechende Geschäftsstrategien IT-gestützt abzubilden. Die vorhandenen und neuen E-Business-Daten werden verknüpft und die Erkenntnisse aus der Marketinganwendung wieder in die IT-Systeme zurückgeführt.

Analysten der Meta Group zufolge wird das CRM der Zukunft nur noch mit diesen integrierten Lösungen funktionieren. Das System wertet die Kundendaten online in Echtzeit aus, und generiert bei Bedarf automatisch eine spezielle Marketingaktion. E-Marketing mit Business-Intelligence und ein Fokus auf branchenspezifische Lösungen sind weitere Trends.

Als Technologietrend zeichnet sich laut Gartner Group ab, dass in den nächsten drei Jahren vermutlich mehr als zwei Drittel der Anwender in mittleren und Großunternehmen unternehmensweite Business-Intelligence-Lösungen einsetzen. Die Architekturen werden demzufolge um webfähige Funktionen erweitert. Denn die umfangreichen Lösungen lassen sich über das Web schneller und kostengünstiger einrichten und warten. Für das Zusammenführen, Speichern, Auswerten und Umsetzen heterogener Datenmengen werden kombinierte Data Warehouse- und Business-Intelligence-Lösungen ihre dominierende Position weiter ausbauen.

Das Portal wird eine Schlüsselrolle im Bereich E-Marketing einnehmen. Über integrierte und interaktive Portale erhalten die Anwender zielgruppenspezifische Informationen. Der Kampf um einen Portalstandard ist derzeit noch nicht entschieden. Reports werden auf Endgeräten wie PDA oder Mobiltelefonen in Echtzeit abrufbar, wie etwa mit NoticeCast der kanadischen Firma Cognos. Cognos hat mit 2 500 Mitarbeitern vergangenen Jahr 385 Mill. Dollar umgesetzt. Die Halbwertzeit von Berichten wird drastisch sinken. Womöglich werden Reports wegen ihres Event-Charakters sogar zur schnelllebigen Wegwerfware.

Der Markt für Business-Intelligence-Lösungen in Europa wird laut Gartner Dataquest von rund zwei Milliarden DM im Jahr 2000 bis 2004 auf dreieinviertel Milliarden DM wachsen. Dabei wird der Einsatz von Business-Intelligence- Plattformen, wie sie zum Beispiel der Marktführer Cognos anbietet, den Löwenanteil dieses Marktes ausmachen, so die Marktforscher. Angaben von Cognos zufolge wächst der Markt in Deutschland pro Jahr um 30 %, wobei der Business-Intelligence-Spezialist beabsichtigt, das Wachstum zu übertreffen.

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