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16.06.2000

16:39 Uhr

dpa PRISTINA/GENF. Drei Menschen sind bei neuen Anschlägen in der jugoslawischen Krisenprovinz Kosovo getötet worden. Zwei Serben verbluteten in einer Minenfalle, und ein gemäßigter albanischer Politiker wurde von Attentätern erschossen.

Internationale Vertreter reagierten am Freitag mit scharfen Verurteilungen auf die Taten. "Das war eine schockierende und feige Tat", erklärte der UN - Verwalter Bernard Kouchner nach einem mit einer Landmine verübten Anschlag, bei dem am Donnerstag südlich von Pristina zwei Serben getötet worden waren.

"Es war wohlberechnet. Nur Serben, die UNMIK-Polizei und die Friedenstruppe KFOR nutzen diese Straße." sagte Kouchner "aber es wird ihnen nicht gelingen, das Kosovo zu destabilisieren. Wir werden Faschisten, Feinden der Demokratie, keinen Sieg gönnen". Der Kommandeur des britischen Sektors im Kosovo, General Richard Shirreff kündigte an, die Friedenstruppe wolle solche Taten in der Zukunft verhindern. Es war der zweite Anschlag dieser Art in der Region.

Zwei maskierte Attentäter in Uniformen der kosovo-albanischen UCK- Miliz ermordeten in der Krisenprovinz den gemäßigten Politiker Halil Dreshaj ermordet. Die Täter seien gewaltsam in das Haus des Mannes in Nabrdje im Westen der jugoslawischen Provinz eingedrungen und hätten auf Dreshaj und seinen Vater geschossen, teilte die UN-Mission UNMIK am Freitag in Pristina mit. Der Vater wurde verletzt.

Die Frau des Opfers sagte aus, die Täter hätten bei dem Angriff am Donnerstag UCK-Abzeichen getragen. Die Miliz ist offiziell aufgelöst. Dreshaj war ein ranghoher Vertreter der Partei LDK des gemäßigten Albanerführers Ibrahim Rugova.

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