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04.08.2000

13:47 Uhr

adx München. Der zeitlich unbegrenzten Einkauf, den der Versand- und Internethandel ermöglicht, stößt offenbar auf große Resonanz. Zwischen 20 und 40 % der Kunden bestellen ihre Waren außerhalb der in Geschäften üblichen Öffnungszeiten. Die Anbieter haben ihre Arbeitszeiten längst der Nachfrage angepasst, wie eine ddp-Umfrage ergab.

Beim den Versandhäusern Otto und Quelle wird ein Fünftel aller Bestellungen an Abenden oder Wochenenden aufgegeben. Angesichts dieser Zahlen lohne es, die Call-Center rund um die Uhr zu besetzen, hieß es aus den Unternehmen. Bei Quelle nehmen Nacht für Nacht rund 350 Mitarbeiter die Kundenwünsche auf. Die ungewöhnlichen Arbeitszeiten werden als normal betrachtet.

Das virtuelle Einkaufszentrum webshop24.de verzeichnet 28 % aller Kundenbesuche in der Zeit zwischen 19.00 Uhr bis 23.00 Uhr. "Die aktivste Stunde liegt zwischen 22.00 und 23.00 Uhr", sagte Geschäftsführer Markus Schaffrath. Seine Mitarbeiter blieben in der Regel bis 22.00 Uhr im Büro. Freitags machen sie bereits um 20.00 Uhr Feierabend, um "komaartig ins Bett zu fallen", sagte Schaffrath.

Beim Online-Händler buecher.de werden knapp 40 % aller Geschäfte außerhalb der Ladenöffnungszeiten getätigt. Der Großteil der Kunden nutzt jedoch offenbar in der Mittagspause zum shoppen. Zwischen 13.00 Uhr und 15.00 Uhr gehen die meisten Bestellungen ein, wie das Unternehmen mitteilte. Der Haupteinkaufstag ist der Sonntag. Somit sei der Kundenservice jedes Wochenende besetzt.

Auch Schnäppchenjäger surfen bevorzugt in den späten Stunden durchs Netz. Bei dress-for-less.de, einem Online-Geschäft, das Markenkleidung verbilligt anbietet, kaufen 42 % aller Kunden am Abend und am Wochenende ein. Für die Mitarbeiter bedeutet dies, Schichten bis mindestens 22.00 Uhr einzulegen. Das Unternehmen hält wie alle anderen befragten Firmen seine ständige Verfügbarkeit für einen großen Vorteil. Die Debatten um Öffnungszeiten werden daher in der neuen Branche des Internethandels eher mit Erstaunen betrachtet.

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